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um 70. Geburtstag von Herbert Prohaska 70 Geschichten über Prohaska – Tag 67

70 Geschichten Herbert Prohaska 70 Geburtstag

Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag.  Sie können bis zum Ehrentag täglich eine Geschichte aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.

Seit Herbert Prohaska vor 40 Jahren sein Haus in Klosterneuburg bezogen hat, gab es keine Home-Storys für TV-Stationen oder Medien.  Sein Privatleben auszubreiten, sein Haus öffentlich zu zeigen, ist für ihn absolut tabu. Dass sich sein Weinkeller sehen lassen kann, wurde zu Teamchefzeiten bekannt, als er schon im Vorfeld der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich eine Magnumflasche des edlen Rotweins vom Chateau Margaux bestellte. Einen Ehrenplatz in der „Villa Elisabeta“ hat auch eine Cartier-Uhr mit der Signatur „50 Jahre Franz Beckenbauer“. Zum Ehrentag des vor eineinhalb Jahren verstorbenen Kaisers“ wurden Prohaska und Hans Krankl 1995 für ein Spiel einer deutschen Mannschaft gegen eine Weltauswahl aufgeboten. Beide mittendrin unter Legenden wie Bobby Charlton, Eusebio, Paolo Rossi, Kenny Dalglish, die Betreuer waren die Real Madrid-Legenden Alfredo Di Stéfano und Ferenc Puskás. Mit der Limousine wurden sie vom Flughafen ins Hotel gebracht, im Festzelt auf der Oktoberfest-Wiesn spielte Udo Jürgens ein Privatkonzert. Alles perfekt.

Das war damals Ablenkung von den Teamchefsorgen. Der Trainerjob ging Prohaska in den 25 Jahren, in denen er jetzt nicht mehr dabei ist, nicht wirklich ab. Er ist nicht der Typ, der behauptet, dass früher eigentlich alles besser war. Aber mitunter denkt er sich es doch.    Wenn er sieht, wie viele Video-Analysten heutzutage bei einem Klub ein Match dokumentieren, weiß er, dass er überhaupt keine Lust mehr hätte, nochmals ins Trainergeschäft  einzusteigen. Fachwissen, Akzeptanz in der Mannschaft und der Respekt, mit dem ihm Spieler begegnen, sind für ihn die wichtigsten Dinge. Wenn die fehlen, dann helfen auch die besten Laptops nicht. Wenn er sieht, dass ein Trainer einem neuen Spieler beim Eintauschen einen Zettel mitgibt, damit er den an seine Mitspieler weitergibt, versteht Prohaska die moderne Trainerwelt nicht mehr. Und das hat wirklich nichts mit altmodisch zu tun.

Den guten alten Zeiten trauert er auch noch nach, wenn er mitunter für eine Leberkässemmel rund um fünf Euro zahlen muss. Da beginnt er, in die alte Schilling-Währung umzurechnen. Rund 80 Schilling. Wahnsinn. In seiner Jugendzeit bekam er in Simmering drei Leberkässemmeln um nur acht Schilling: „Die haben herrlich geschmeckt!“

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