Vier Runden wartet die Vienna schon auf den dritten Sieg in der zweiten Liga. Das passt gar nicht zu den Bundesligaambitionen von Österreichs ältestem Fußballklub. Jetzt soll es im zweiten Spiel unter dem nach acht Jahren zurückgekehrten Trainer Hans Kleer Freitagabend gegen Austria Klagenfurt den Befreiungsschlag geben. Beim bisher letzten Heimspiel unter ihm gab es einen 3:0-Heimsieg gegen den FC Marchfeld. An diese Zeiten anzuknüpfen wird schwierig, obwohl Kleer sich nach seiner Premiere, dem 1:1 bei den Young Violets zuversichtlich zeigte: „Der Auftritt zeigte, was in der Mannschaft steckt!“ Ohne die drei Minuspunkte wegen Lizenzvergehen hätte Absteiger Klagenfurt nach vier Siegen in sechs Runden drei Punkte mehr als die Vienna. Am letzten Wochenende gewann die Mannschaft von Rolf Landerl in Wien gegen den Floridsdorfer AC 2:1.
Die Frage, die bald auch die Liga beschäftigt ist, wie lange Klagenfurt noch weiter spielen kann. Denn Hauptgesellschafter Zeljko Karajica steckt mit seinem SEH Sports-Unternehmen in gröberen Schwierigkeiten. Konkursantrag in Deutschland, in Österreich meldete die Vereinigung der Fußballer mit ihrem Geschäftsführer Gernot Baumgartner dem Senat zwei der Liga, dem Schlichtungs-und Kontrollausschuss, ausstehende Gehaltszahlungen aus der letzten Saison an acht Spieler in fünfstelliger Höhe. Wenn der Senat zwei die Ansprüche für berechtigt erklärt, dann können die Spieler vor einem ordentlichen Gericht klagen. Und wird sich auch der Senat fünf, zuständig für die Lizenzierung, mit dem „Fall Klagenfurt“ befassen müssen.
Karajica trat vor kurzem als CEO der European Football League zurück, aus der einige Klubs austraten, weil es finanzielle Probleme gab. Dennoch versicherte Karajica, dass es die Liga weiter geben wird. Bei Austria Klagenfurt gibt es keine Garantien. Die Suche nach Investoren brachte bisher ebenso keinen Erfolg wie nach einem Käufer von Karajicas Anteilen. Man hörte von rund einer halben Million Euro, die Austria Klagenfurt braucht, um die Saison zu Ende spielen zu können. Das Ferlacher Busunternehmen, das die Mannschaft zu den Auswärtsspielen bringt, fordert stets eine Vorabzahlung. Bisher konnte die geleistet werden.
Tabellenführer St. Pölten kennt anders als in vergangenen Zeiten ähnliche Finanzprobleme nicht. Gastiert Samstag beim Aufsteiger Austria Salzburg. Nach fünf Siegen und einem Unentschieden hat St. Pölten vier Punkte Vorsprung auf den Zweiten Admira, bleibt daher vorne, egal wie das Spiel in Salzburg endet.
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