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Was brachte Rapid der Druck auf den Reset-Knopf?

Heimspiele für das Führungsduo der Bundesliga nach der Länderspielpause: Tabellenführer Red Bull Salzburg, seit sechs Spielen ungeschlagen, verteidigt Platz eins im Westduell gegen WSG Tirol, Rapid ist in Hütteldorf klarer Favorit gegen das Schlusslicht GAK. Es gibt aber doch ein Fragezeichen: Was brachte Rapid der Druck auf den Reset-Knopf, den Trainer Peter Stöger vor zwei Wochen nach der enttäuschenden Leistung beim 1:1 gegen WSG Tirol ankündigte? Sein Sky-Interview gab Anlass zu einigen Spekulationen, einige wollte Differenzen zwischen Trainer und Sportchef heraushören. Daher versicherten Stöger und Markus Katzer Freitag gemeinsam, keinen Keil zwischen sich treiben zu lassen.

„Man könnte fast glauben, Rapid ist ständig Doublesieger und es wäre eine Sensation, wenn wir nicht Meister werden“, sprach Stöger über die für ihn übertriebene Erwartungshaltung nach dem guten Saisonstart. Seiner Meinung nach hat Rapid bisher aus seinen Möglichkeiten relativ viel herausgeholt: „Durch Intensität und Teamwork“, wie er glaubt. Die Intensität ist Stögers Hauptthema. Da sieht er noch Luft nach oben, ebenso bei der Fitness: „Wir geben den Jungs mehr Zeit als das Umfeld“, behauptet er. Damit meinte er Rekordkauf Tobias Gulliksen, der bisher unter den Erwartungen blieb, und dem Australier Marco Tilio, der über die Joker-Rolle nicht hinauskam, bei dem er aber zuletzt im Training eine Steigerung bemerkte. Aber in der Conference League gibt´s keine Zeit mehr: Da muss Rapid als Letzter nach drei Runden Donnerstag in Polen gegen den Zwölften Rakow Czestochowa gewinnen, um die Min-Chance auf die k.o.-Phase am Leben zu erhalten.

Rapid soll ein anderes Gesicht zeigen als zwei Wochen davor. Das mit praktisch unverändertem Personal: Der norwegische Petter Nossa Dahl (Bild), seit September wegen muskulärer Probleme nicht im Einsatz, gehört nach zehn verpassten Partien zum Kader. Für 90 Minuten reicht es nicht. Das gilt auch für den von Stöger seit Monaten vermissten „Sechser“ im zentralen Mittelfeld, sprich Martin Ndzie, dem nach vier Spielen in der Bundesliga eine Pause verordnet wurde: „Wir haben ihn ausgetestet. Die Verletzungsgefahr wäre wegen des Trainingsrückstands zu groß gewesen, wenn wir ihn forciert hätten!“ Claude Mbuyi beginnt erst Dienstag, wieder mit dem Mannschaftstraining. Stöger will seine Mannschaft nur an ihrer „Benchmark“ messen. Das sind für ihn die Leistungen bei den Siegen gegen Meister Sturm Graz, in Wolfsberg und trotz Niederlage in Salzburg. In den letzten sechs Duellen gegen den GAK blieb Rapid ungeschlagen. Gelingt die „Pflichtübung“, hätte Rapid erstmals in dieser Saison zwei Heimspiele in Folge gewonnen. Das wäre etwas Neues.

In Graz geht es zwischen Sturm und dem LASK darum, welche Fünferserie reißt: Sturm ist seit fünf Bundesligaspielen gegen die Linzer ungeschlagen, die wiederum seit der Rückkehr von Trainer Didi Kühbauer alle fünf Spiele ohne Gegentor gewannen. Der letzte Auswärtssieg gegen Sturm gelang vor dreieinhalb Jahren. Auch im August 2022 hießt der LASK-Trainer ebenfalls Kühbauer. Für LASK-Innenverteidiger Andres Andrade gab es vor wenigen Tagen ein absolutes Karriere-Highlight: Er schaffte mit Panama die Qualifikation für die WM 2026. Auch bei Sturm tat sich etwas Bemerkenswertes: der Spatenstich zu einem neuen, 32.000 Quadratmeter großen Trainingszentrum für den Nachwuchs in Puntigam.

Foto: SK Rapid/Widner.

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