Es gibt etwas, das Marco Rossi, Österreich NHL-Legionär, und die Vienna Capitals in der ICE-League derzeit verbindet: Das sind Auswärtssiege. Center Rossi gelangen vier in den ersten vier Spielen nach einmonatiger Verletzungspause mit seinem neuen Klub Vancouver: 2:1 bei den New Jersey Devils, 3:0 im Madison Square Garden gegen die New York Rangers, 4:1 bei den New York Islanders, 5:4 nach Penaltyschießen bei den Boston Bruins mit dem ersten Assist des Vorarlbergers im Trikot der Canucks. Die durch diese vier Siege nicht mehr das punktmäßig schlechteste Team der NHL sind. Das trifft jetzt auf Seattle und Chicago zu. Das erste Heimspiel in der Rogers Arena von Vancouver, die 18.900 Zuschauer fasst, hat Rossi am Freitag gegen San Jose. Tabellenmäßig viel besser als Rossi geht es Marco Kasper mit den Detroit Red Wings: Im Osten Tabellenführer der Atlantic Division, zuletzt zwei Siege gegen die Washington Capitals. Auswärts beim 5:2 war Kasper dabei, leistete einen Assist, daheim beim 3:2 nach Verlängerung fehlte er erstmals in dieser Saison im Kader. Etwa Neues gibt es auch von einem Schweiz-Legionär: Der 29 jährige Teamstürmer Dominic Zwerger wechselt zur neuen Saison nach neun Jahren bei Ambri Piotta nach Biel, bekommt einen Vertrag bis 2030.
Die Vienna Capitals bejubelten vorerst nur zwei Auswärtssiege, beide in Südtirol: Das 5:2 (1:1, 1:1, 3:0) in Bozen war Samstag der erste unter dem neuen Trainer Kevin Constantine, der nicht auf eigenem Eis gelang, nach zuvor sieben Auswärtsniederlagen hintereinander. Dem folgte 24 Stunden später das 3:2 (0:0, 2:0, 2:2) in Bruneck gegen Pustertal, womit die Capitals erstmals seit Dezember 2023 drei Spiele hintereinander gewannen. Seit Constantine Gerry Fleming ablöste, bekommen die Capitals weniger Tore. Das hängt auch mit der Form von Tormann Evan Cowley zusammen, der seit der Verletzung von Sebastian Wraneschitz jedes Spiel bestritt. Constantine fand die Siege in Südtirol großartig, freue sich auch über die neu formierte vierte Linie ohne Legionär: Bisher boten Raphael Wolf, Erik Kirchschlager, Sam Antonitsch, Max Theirich und der 20 jährige Felix Koschek gute Leitungen. Vor den Siegen in Südtirol bezwangen die Capitals daheim Ferencvaros 4:3, Nach Weihnachten geht es wieder auswärts weiter: Am Stefanitag in Fehervar, der früheren Wirkungsstätte von Constantine. Sonntag gastiert der Tabellenführer aus Klagenfurt, der KAC ,in Wien, da ist die Halle mit 7000 Zuschauern bereits ausverkauft.
Mit drei Siegen überholten die Capitals die Linzer Black Wings, sind Zehnter und damit im Pre-Play-off. Wenigstens, muss man sagen, denn das Saisonziel lautete anders: unter den ersten sechs und damit direkt im Viertelfinale. Trotz des Zwischenspurts beträgt der Rückstand auf den Sechsten (Bozen) zwölf Punkte. Direkt im Viertelfinale wären derzeit von den österreichischen Klubs der KAC, der bisher fünf Ausfälle, darunter Kapitän Thomas Hundertpfund und Verteidiger Jordan Murray, gut verkraftet, die Grazer 99ers und Titelverteidiger Red Bull Salzburg. Villach liegt nur zwei Punkte vor den Capitals auf Rang acht. In Wien bewährte sich außer dem Trainerwechsel auch der neue Ausländer: Center Scott Kosmarchuk kam aus der Slowakei, spielte zuvor in Villach ud Sazurg, kam aus der Slowakei. Anders in Villach: Dort gab es mit Pierre Allard statt Tray Tuomie als Head Coach und Stürmer Brett Ritchie, der 401 NHL-Spiele absolvierte, in den letzten acht Spielen sieben Niederlagen, zuletzt beim Letzten Innsbruck. Kein glückliches Händchen von Sportchef Herbert Hohenberger. Der Grunddurchgang dauert bis 1. März.
Foto: Vienna Capitals/Antonello Vanna.