Fußball

Wien war immer ein Ziel: Kevin Wimmer bereit zum großem Neustart

Donnerstag hatte er gemeinsam mit Rapids anderen Neuerwerbungen Marco Grüll und Robert Ljubicic sozusagen seinen ersten offiziellen Fototermin im Allianz-Stadion (Bild oben): Nach neun Jahren im Ausland kehrte Kevin Wimmer wieder in die Heimat zurück. Wird erstmals in Wien spielen, was er schon länger im Hinterkopf hatte. Sonst hätte er nicht bereits vor Jahren eine Wohnung im vierten Bezirk gekauft. Wimmer ist der erste  Spieler der grün-weißen Klubgeschichte mit Premier League-Erfahrung. Er hat in den drei Jahren bei Tottenham und Stoke in insgesamt 50 Partien  mit einigen zusammengespielt, die jetzt im EM-Achtelfinale stehen: Etwa mit Frankreichs Tormann-Kapitän Hugo Lloris, den belgischen Abwehrspielern Toby Alderweireld und Jan Vertonghen, Englands Kapitän Harry Kane, die Waliser Ben Davies und Joe Allen. Bis auf Allen  mit allen bei Tottenham. Wo auch Christian Eriksen sein Mitspieler war. Die Tragödie des Dänen bei der Europameisterschaft ging auch Wimmer sehr nahe. Mit dem südkoreanischen Torjäger der „Spurs“, Heung Min Son, ist sein Kontakt bis heute nicht abgerissen.

Der 6. Jänner 2018 war sozusagen der Schicksalstag des gebürtigen Welsers, nach dem sich nichts mehr so entwickelte, wie er sich das vorstellte. Mit Peter Stöger beim 1.FC Köln, Mauricio Pochettino bei Tottenham und Mark Hughes bei Stoke funktionierte es, bei diesen Trainern war er geschätzt. Als jedoch Hughes gehen musste, der Schotte Paul Lambert (in den Neunzigerjahren als Spieler Champions League-Sieger mit Borussia Dortmund) kam, nahm es keine gute Wende: „Er hat mich rasiert“. Vorher in jedem Spiel im Einsatz, danach praktisch überzählig. Den Grund erfuhr Wimmer trotz einiger Gespräche mit Lambert nie. Stoke stieg ab, Hannover holte Wimmer auf Leihbasis in die Bundesliga zurück. Dort folgte der nächste Abstieg, an dem zwei neue Trainer (Andre Breitenreiter, Thomas Doll) beteiligt waren. Auch danach in Belgien hatte er bei Mouscron mit Bernd Hollerbach einen deutschen Trainer, der zuvor beim Hamburger SV beurlaubt wurde.

Nach der Saison in Belgien gab es die ersten Anfrage von Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic, doch daraus wurde nichts Konkretes. Wimmer musste ein halbes Jahr in der Premier League II aktiv bleiben, ehe ihn der deutsche Zweitligist Karlsruhe holte. Mit dessen Trainer Thomas Eichner hatte Wimmer bei Köln zusammengespielt, Oliver Kreuzer, der Sportchef mit  Sturm Graz-Vergangenheit, kannte ihn auch.  Karlsruhe wollte ihn über den Sommer hinaus ausleihen. Doch als sich während des Quarantäne-Trainingslagers in den letzten zwei Runden Barisic wieder meldete, entschied sich Wimmer bald für Grün-weiß. Zumal absehbar, dass nach monatelangem Hin und Her mit Stoke, mit Trainer-Manager Michael O´Neill, dem ehemaligen nordirischen Teamchef, und Geschäftsführer Tony Scholes die Auflösung des bis 2022 laufenden Vertrags abzeichnete. Wimmer bekam ein kleines „Taschengeld“ nach Wien mit.

Wimmer wirkt drahtig, auf den Neustart fokussiert, sehnt sich nach Erfolgen: „Ich wäre auch gekommen, wenn Rapid nicht Zweiter, sondern Dritter geworden wäre!“ Es reizt ihn, in diesem Stadion vor vollen Rängen zu spielen, die enge Atmosphäre zu genießen: „Das muss schon ein Erlebnis sein!“ Auslandspläne hat er keine mehr im Hinterkopf, der Vertrag mit Rapid läuft zwei Jahre. Aber nochmals für Österreich zu spielen, seinen neun Länderspielen noch einige hinzuzufügen, das „ist immer interessant. Ich weiß, aber wie schwer das wird, weil die Konkurrenz ist gut und groß!“

 

Foto: Red Ring Shots.

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