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Zum 70. Geburtstag von Herbert Prohaska 70 Geschichten über Prohaska – Tag 17

70 Geschichten Herbert Prohaska 70 Geburtstag

Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag.  Sie können bis zum Ehrentag täglich eine Geschichte aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.

Nach zwei Meistertiteln, einem Europacupfinale und einem Semifinale war die Zeit von Hermann Stessl vorbei. Nachfolger wurde mit Erich Hof eine Ikone des Wiener Sportclubs, zu der er schon in den Fünfzigerjahren, zu Spielerzeiten wurde. 224 Tore, so viele wie kein anderer, erzielte er für den Sportclub, darunter zwei beim legendären 7:0 gegen Juventus im Europacup. Als Trainer übernahm seinen Herzensklub in der zweiten Liga, brachte ihn 1978/79 auf Platz zwei. Daher holte ihn die Austria als Nachfolger von Stessl, der nach Griechenland zu AEK Athen wechselte. Nach Stessls Erfolgen konnte der Nachfolger eigentlich nur verlieren. Zumal Stammtorhüter Hubert Baumgartner nach Spanien zu Huelva wechselte, Thomas Parits an VOEST Linz abgegeben wurde. Der mit großem Brimborium geholte Brasilianer Marcelo erwies sich als Flop. Baumgartners Ersatz Hannes Weninger sollte neue Nummer eins werden. Unter der Devise „Hannes, wir vertrauen dir!“ Die zählte bald nicht mehr.

So erlebte Jungvater Prohaska einen ganz bitteren Europacupabend. Die Austria scheiterte schon in der ersten Runde am dänischen Meister Vejle. Nach dem 2:3 im ersten Spiel waren alle überzeugt, im Wiener Stadion alles umzudrehen. Aber es reichte nur zu einem 1:1. Daher wurde der neue Trainer schon in Zweifel gezogen. Bekam das Image von zu weich, zu ruhig. Prohaska verstand es nicht. Für ihn war Hof der Klubtrainer, mit dem er sich am besten verstand, der ihm am meisten gab. Weil er nach außen hin die Spieler immer entschuldigte, hinter den Kulissen ganz anders, viel kritischer war, weil er auf spielerische Momente Wert legte und er Prohaska am besten von allen Trainern motivieren konnte. Mit viel Lob. Zudem imponierte Prohaska, dass Hof auch gegenüber Funktionären konsequent war. Er schaffte ab, dass sie vor und nach dem Spiel in die Kabine kamen. Solche Maßnahmen riefen Ärger in der Chefetage hervor.

Prohaska erlebte Hof bei der Austria nur eine Saison, verteidigt und lobte ihn immer, arbeitete mit ihm noch einmal zusammen, als er nach der WM 1982 Teamchef wurde und zwei Jahre blieb. Bei der Austria wurde es nur ein Jahr, weil die Auslandsangebote weiter eintrudelten.  Im November 1979 meldete sich am Telefon einer, der ihm geheimnisvoll ankündigte, ein Funktionär eines großen Klubs aus Italien wollte ihn treffen, da in Italien bald die Sperre für ausländische Spieler, die es seit der WM-Blamage 1966 (0:1 gegen Nordkorea) gab, fallen werde. Es war der in Deutschland lebende italienische Geschäftsmann Emilio Bernabei. Beim nächsten Anruf wurde Prohaska aufgefordert, ins Hotel Intercontinental am Wiener Heumarkt zu kommen. Noch immer erfuhr Prohaska nicht, um welchen Klubs es sich handelte. Prohaska fühlte sich fast wie in einem Agentenfilm. Erst im Hotel gab es kein Geheimnis mehr: Ein eleganter Italiener namens Giancarlo Beltrami stand vor ihm. Der technische Direktor von Inter Mailand. Für den Prohaska gleich eine Überraschung parat hatte: Er kam mit Rechtsberater Skender Fani, den er sich mit seinem Freund Krankl „teilte“. Italiener verhandelten damals lieber mit Spielern allein, sicher nicht ohne Hintergedanken. Beltrami versuchte Prohaska mit einem riesigen Wimpel von Inter, einem teuren Feuerzeug und einem Abzeichen in Gold zu beeindrucken. Aber für Prohaska zählte mehr, dass Beltrami viele Details über ihn wusste.

 

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