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Zum 70. Geburtstag von Herbert Prohaska 70 Geschichten über Prohaska – Tag 18

70 Geschichten Herbert Prohaska 70 Geburtstag

Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag.  Sie können bis zum Ehrentag täglich eine Geschichte aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.

Inter Mailand hatte Prohaska in sieben Spielen von sieben verschiedenen Scouts beobachten lassen. Jeder von ihnen musste einen schriftlichen Bericht abgeben. Inter blieb nicht der einzige Bewerber um die Nummer acht der Austria. Plötzlich meldete sich auch der zweite Mailänder Klub, der AC Milan. Prohaska war stets ein Bewunderer von Milan-Star Gianni Rivera. Der technische Direktor Vitali und der berühmte Manager Desiderio Solti kamen nach Wien. Sogar beim Stadthallenturnier saßen Milan-Spione auf der Tribüne. Aber bald hatte Milan andere Sorgen als Prohaskas Verpflichtung: Strafversetzung in die zweite Liga wegen Verwicklung in den Totoskandal. Der dritte italienische Klub, der um Prohaska warb, war Bologna. Versicherte, man werde jedes Angebot von Inter oder Milan um eine Million Schilling überbieten. Prohaska ließ sich nicht beeindrucken. Auch nicht vom Interesse des FC Barcelona.  Als ein Jahr zuvor Hans Krankl kurze Zeit nach seinem Wechsel dem Präsidenten der Katalanen, Josep Nunez, Prohaska empfahl, hörte er als Antwort: „Er ist zu langsam!“ Ein Jahr später war Prohaska um nichts schneller, aber plötzlich interessant. Weil man aus Prestigegründen Inter einen ausländischen Spieler wegschnappen wollte? Prohaska beschäftigte sich nicht wirklich mit Barcelona. Zumal ihn abschreckte, wie dort mit Legionären umgegangen wurde. Etwa mit „Goleador“ Krankl, der in seiner ersten Saison Schützenkönig wurde: Ein halbes Jahr nach dem Sieg im Europacup der Cupsieger in Basel mit einem Krankl-Tor zum 4:3 gegen Fortuna Düsseldorf nicht mehr gut genug und abgeschoben, sechs Monate später wieder für kurze Zeit zurückgeholt, dann endgültig verabschiedet.

Zum entscheidenden Gespräch mit Inter kam es Anfang kam es nach Österreichs 0:1 in München gegen Deutschland bei der „Revanche“ für Cordoba in München am 2. April 1980. Österreichs Team wohnte im Crest-Hotel in Schwabing, Prohaska war allein am Zimmer, da sein Zimmerpartner Erich Obermayer am Tag vor dem Match verletzt heimflog. Es war schon nach Mitternacht. Prohaska lag am Bett, beschäftigte sich mit der unnötigen Niederlage, bei der Österreich gleichwertig war, als Berater Skender Fani anrief: „Eine Delegation von Inter steht unten im Hotel und möchte mit Dir sprechen!“ Wenig später klopfte es an der Zimmertür.  Allein die Vorstellung, künftig im San Siro-Stadion zu spielen, wühlte Prohaska auf. Die Delegation bestand aus der Inter-Legende Sandro Mazzola, der technischer Direktor war,  1964 beim 3:1 im Wiener Europacupfinale der Meister gegen Real Madrid das 1:0 und 3:1 erzielt hatte. Ihn hatte Prohaska zehn Jahre vor dem persönlichen Kennenlernen am TV-Schirm bewundert, als er mit der Squadra Azzura bei der WM 1970 in Mexiko Weltmeister wurde. Außer Mazzola kamen der technische Direktor Beltrami, der Monate zuvor in Wien war, Trainer Eugenio Bersellini, ein Vorstandsmitglied, der „Erstanrufer“ Bernabei als Dolmetsch und Fani. Mazzola beeindruckte Prohaska mit einem gestylten Mantel, den er in dieser Form nie zuvor gesehen hatte und mit einem langen Zigarillo im Mundwinkel. Zu sechst saßen sie auf den Betten, Mazzola blieb als einziger während der gesamten Gespräche stehen.

 

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