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Zum neunten Mal im Viertelfinale: Rapid hat seine „Schuldigkeit“ getan

Donnerstag erreichte Rapid zum neunten Mal seit 1955/56 das Viertelfinale eines Europacupbewerbs. Je viermal im Europacup der Meister und der Cupsieger, jetzt erstmals in der Conference League. Mit dem 2:1 gegen Bosniens Meister Borac Banja Luka, vor dem Präsident Alexander Wrabetz am Rasen mit Karl Brauneder einen Spieler, der 1985 im Rotterdamer Finale gegen Everton spielte, zum 65. Geburtstag gratulierte, hat Rapid sozusagen seine Schuldigkeit für Österreichs Fußball getan: Denn der Vorstoß unter die letzten acht machte es möglich, dass die Bundesliga auch kommende Saison fünf Teilnehmer am Europacup hat, der Meister vermutlich in den Play offs zur Champions League beginnt, damit auf jeden Fall einen Platz in der Gruppenphase der Europa League sicher hat.

Feiern waren nach dem so wichtigen Sieg nicht eraubt, weil Sonntag das wichtigere Spiel folgt, wenn es gegen GAK darum geht, den Platt unter den ersten sechs zu haken. Nicht in die Meisterrunde zu kommen, würde den Prestigeerfolg im Europacup sozusagen vernichten. „Das könnte die Wende für uns gewesen sei“, hoffte Louis Schaub nach seinem 19. Europacuotor, das alles klar machte, auf bessere Zeiten als bisher in diesem Jahr. Das erste der 19  erzielte er zwölf Jahre zuvor in Griechenland gegen Asteras Tripolis, auch im Rückspiel traf er im Hanappi-Stadio einmal. Ebenso in beiden Runden gegen Dila Gori aus Georgien, die folgten. In der Saison darauf konnten drei Tore von Schaub das bittere k.o. gegen HJK Helsinki nicht verhindern. 2015 machten ein Doppelpack den historischen 3:2-Auswärtssieg gegen Ajax Amsterdam möglich, sein Jubelbild mit Blick zum Himmel als Erinnerung an den verstorbenen Vater gehört zur Rapid-Geschichte, hing viele Jahre lang im Gang von der Rapid-Garage zum Stadion. 2015 traf er auch, als Rapid in der Qualifikation zur Champions League an Schachtjor Donezk scheiterte, einmal beim 2:2 im Auswärtsspiel, das in Lemberg ausgetragen wurde, so wie später in der Europa League gegen Viktoria Pilsen. 2016 folgten in der Qualifikation zur Europa League ein Treffer gegen Torpedo Zhodio aus Weißrussland und drei gegen AS Trencin aus der Slowakei sowie eines in der Gruppenphase gegen Sassuolo. 2017 wechselte er nach Deutschland, sieben Jahre später folgte die Rückkehr. Da machte ein Schaub-Doppelpack den 2:1-Auswärtssieg gegen Basaksehir Istanbul möglich, das Tor zum Aufstieg gegen die Bosnier festigte den Ruf als „Mister Europacup!“

236 Spiele bestritt Schaub für Rapid, 50 Tor erzielte er. 150,265 Zuschauer kamen zu den sieben Heimspielen in der Conference League, das im Viertelfinale gegen Djurgardens Stockholm am 17. Oktober wird sicher ausverkauft sein. Für das Sonntag-Spiel gegen den GAK sind 18.500 Karten verkauft. Dann zählt nur ein Sieg. Aber die 120 Minuten gegen Banja Luka hinterließen sicher Spuren.

Foto: SK Rapid/APA.

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