Fußball

Zur Aufstockung fehlen zehn Stimmen oder zwei Bundesligaklubs

Die Video-Konferenz der zwölf österreichischen Bundesligaklubs war noch im Gange, als Mittwoch Nachmittag Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder grünes Licht gaben, dass ab Mitte Mai in der ersten und zweiten Liga der Ball wieder rollen darf. Den Start für die Geisterspiele durfte die die deutsche Fußball-Liga Liga selbst bestimmen. Sie entschied sich für den 15.Mai. Den Tag, an dem in Österreich vom Gesundheitsministerium wieder das Mannschaftstraining erlaubt ist.  Das deutsche Beispiel, das natürlich auf der Videokonferenz sofort bekannt wurde, hilft natürlich in Österreich beim Kampf um den Neustart. Zumal Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Sportminister Werner Kogler immer betont hatten, sich vor allem nach dem deutschen Beispiel zu richten. Möglicherweise müssen jetzt die österreichischen auch wie die deutschen vor dem Start in ein einwöchiges Quarantäne-Trainingslager. Die Bundesligatagung vom Mittwoch lobte Ebenbauer als „sehr einend“. Es ging vor allem um die Adaptierung der Sicherheitsmaßnahmen, falls ein Spieler positiv auf Corona getestet werden sollte.

Am Donnerstag geht es in der Tagung von erster und zweiter Liga samt folgender außerordentlicher Hauptversammlung zuerst für den Antrag der Zweitligisten Ried und Austria Klagenfurt, 2020/21 die Liga mit 14 Vereinen zu bestreiten. Für den machte sich Dienstag auch Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser stark, bezeichnete die 14 er-Liga öffentlich als fairste Lösung. Was sollte er im Interesse von Austria Klagenfurt auch anderes sagen? Damit der Antrag durchgeht, braucht er eine Zweidrittelmehrheit. Die Bundesliga hat 60 Stimmen, die erste Liga 32. Mit mehr als 60 wäre die 14 er-Liga beschlossen. Gibt es darauf eine Chance?

In der zweiten Liga dürfen die Young Violets nicht mitstimmen, weil sie zur Wiener Austria gehören, Liefering enthielt sich als juristisch eigenständiger Klub wegen seiner Nähe zu Red Bull Salzburg bisher stets der Stimme. wenn das auch Donnerstag so ist, dann unterstützen alle 32 Stimmen der zweiten Liga den Antrag. Wenn Liefering diesmal im Interesse von Salzburg für die Beibehaltung der Zwölferliga eintritt, wären es nur 30. Jeder Verein der Bundesliga hat fünf Stimmen. Wenn man annimmt, dass Schlusslicht St.Pölten, Mattersburg, WSG Tirol und Admira/Wacker nicht daran interessiert sind, dass es in dieser Saison einen Ansteiger gibt, daher mit Ried und Klagenfurt „sympathisieren“, bedeutet dies 20 Stimmen dazu. Macht insgesamt 52. Zur Zweidrittelmehrheit fehlen immer noch zehn. Daher brauchen Ried und Klagenfurt noch zwei Unterstützer aus der Bundesliga. Der LASK und Wolfsberg könnten sich auf dieser Art Lokalderbys sichern. Aber ob sie daran interessiert sind? Wenn die Bundesliga mti 14 Klubs nur eine „Soldairtätsvariante“ für eine Saison bleiben soll, dann gäbe es 2020/21 drei Absteiger. Sichere Gegner der Aufstockung sind Salzburg, Rapid, Sturm Graz, Hartberg und die Wiener Austria.

Einen eigenen Kurs schlug dieser Tage wieder der LASK ein. Präsident Siegmund Gruber trat bisher eher für einen Abbruch der Saison als für die Fortsetzung ein, agierte auch so. Aber plötzlich die Kehrtwendung, die er den „Oberösterreichischen Nachrichten“ verriet und  Vizepräsident Johannes Lehner, ein Rechtsanwalt, bestätigte. Der LASK bracht beim Verfassungsgerichtshof zwei Beschwerden gegen Verordnungen von Gesundheitsminister Rudolf Anschober ein. Auch dagegen dass nur in Kleingruppen trainiert werden darf. Der LASK tut dies seit 20. April, testete seit damals jeden zweiten Tag die Spieler auf Corona. Stets mit negativem Ergebnis. Die Argumentation des LASK, es gäbe keinen Grund, nicht infizierte Personen an der Berufsausübung zu hindern, hat etwas für sich. Die unerwartete LASK-Offensive, die auch mit Hintergedanken auf mögliche Schadenersatzanprüche gestartet worden sein könnte, passt  zu den seit vergangener Woche kursieren und nicht verifizierbaren Meldungen aus dem Linzer Raum, wonach der Tabellenführer  beim Training im total verhängten Paschinger Stadion bereits elf gegen elf gespielt habe und die Spieler darauf eingeschworen wurden, darüber kein Wort zu verlieren.

Publik wurde in Deutschland, dass der LASK schon einen Spieler für die nächste Saison an der Angel hat: Laut „Kicker“ verleiht Wolfsburg das 20 jährige französische Stürmertalent Mamoudou Karamoko kommende Saison nach Linz. Karamoko kam bei Ex-LASK-Trainer Oliver Glasner zu seinem ersten Kurzeinsatz in der Bundesliga. Vor Wolfsburg spielte er wie vor Jahrzehnten Glasners Nachfolger in Linz, Valerien Ismael, bei Racing Straßburg. Den Klub in der Geburtsstadt von Ismael.

Foto: Austria Klagenfurt.

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