Fußball

Zwei Punkte und Greiml: Rapid verlor zu viel! Kühbauer wird müde

Nach 51 Minuten den bis dahin souveränen Leo Greiml (Bild oben) mit Verdacht auf Kreuzbandriss im linken Knie verloren, in der 97. Minute zwei Punkte, weil Hartberg noch der Ausgleich zum 1:1 (0:1) gelang: Die Aufbruchstimmung bei Rapid nach dem 2:1 gegen Dinamo Zagreb dauerte nur zwei Tage. Seit Sonntagnachmittag regiert wieder der Ärger. Wie konnte man eine Woche nach dem 1:1 bei Austria Klagenfurt wieder einen so späten Ausgleich kassieren? Letzte Runde passierte dies in der 87. Minute gegen einen dezimierten Gegner, in Hartberg dauerte es zehn Minuten länger. Das machte die Sache, aber nicht besser. Auch nicht, dass die Steirer mit elf Mann spielten. Damit verpasste Rapid den ersten Auswärtssieg dieser Saison und den Sprung unter die ersten sechs,  Tormann Paul Gartler sein erstes „zu null“, seit er Richard Strebinger ersetzt. Rapid liegt auf Rang sieben, hat fünf Punkte weniger als der Dritte Wolfsberg, was nicht sein darf, zwei weniger als der Wiener Erzrivale Austria, der auf Platz vier liegt.

Rapid führte von der 11. bis zur 97. Minute. Die Führung gelang nach einer starken Kombination über Robert Ljubicic und Ercan Kara zu Taxiarchis Fountas, der sein sechstes Saisontor besorgte. In der ersten Hälfte versäumte es Grün-Weiß, das zweite Tor nachzulegen. Max Ullmann hatte die Chance dazu, nützte sie nicht, bei einem Schuss von Marco Grüll fehlte nicht viel. Aber in der zweiten Hälfte stellte  Rapid sozusagen den Offensivbetrieb ein. Kein Torschuss mehr. Der Schock durch den Ausfall von Greiml, der sich in einem Zweikampf mit Dennis Avdijaj ohne Fremdverschulden verletzte? Zum normalen Wechsel zu Kevin Wimmer, also positionsgetreu von Innenverteidiger zu Innenverteidiger, kam es nicht, weil sich Wimmer vor dem Match beim Aufwärmen verletzte. Der Muskel im Oberschenkel machte zu. Daher musste Filip Stojkovic ins Abwehrzentrum, ersetzte ihn Thorsten Schick als Rechtsverteidiger. Das tat Rapids Spiel nicht gut. Nach Schick wurden noch Christoph Knasmüllner, Koya Kitagawa, Jonas Auer und der 18 jährige Debütant Moritz Oswald eingewechselt, ehe es zum bitteren Ende kam: Ein Freistoss von Dario Tadic in den Strafraum, Gartler lief heraus, wollte wegboxen, kam nicht richtig zum Ball, prallte mit Ljubicic zusammen, der Ball flog wieder zu Tadic. Dessen Schuss konnte Emanuel Aiwu nicht klären, vom Schienbein von Stojkovic sprang der Ball zu Hartbergs Thomas Rotter. Der Ausgleich. Rapid lernt aus seinen Fehlern nicht.

„Schön langsam werd ich müd“, klagte Rapids Trainer Didi Kühbauer im Sky-Interview nach der Enttäuschung, „ich weiß nicht, warum wir nach der Pause das Match Hartberg übergeben haben. Das wäre nicht dramatisch gewesen, weil wir hätten gute Räume gehabt, die wir aber nicht nützten. Und wie es bei uns momentan hineinpasst, bekommen wir am Ende wieder ein Tor. Es ist die Schallplatte, die ich immer wieder auflegen muss. Verdient hätten wir den Sieg, aber ihn wieder hergegeben. Die Jungs sind momentan mental nicht auf der Höhe“. Die schwere Verletzung von Greiml bezeichnet er als unglaublich bitter, machte da für die Vielzahl der Spiele verantwortlich, die der 20 jährige Innenverteidiger  seit 28. Juli bestritt. Für Rapid waren es 19, für Österreichs U 21 zwei von vier möglichen. Macht zusammen 21 Spiele in 90 Tagen. Ob es wirklich ein Kreuzbandriss ist, wonach es aussieht, wird sich Montag bei einer Magnetresonanz herausstellen.

Nächsten Donnerstag gastiert Rapid in der dritten Runde des Uniqa-Cups beim Zeitligisten Amstetten, drei Tage später kommt das neue Schlusslicht der Bundesliga nach Hütteldorf. Das ist der LASK nach der 0:1 (0:0)-Heimpleite gegen Altach in Pasching. Das Siegesrezept der Vorarlberger: Zunächst völlig passiv bleiben, im Finish, wenn der LASK mehr riskieren wird, Nadelstiche setzen und kontern. Das gelang. Dem eingewechselten 18 jährigen Noah Bischof gelang via Innenstange sein erster Treffer in der Bundesliga. Sein Schuss landete via Innenstange im Netz, das war nach 83 Minuten das Goldtor. LASK-Keeper Alexander Schlager trat wütend gegen die Torstange, die Verlierer mussten sich von den Fans einiges anhören. Trainer Andreas Wieland: „Die Niederlage darf uns nichts passieren, wir müssen enger zusammenrücken.“

Foto: Gepa/Admiral.

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