Zwei Wochen vor dem Flug zur U 17-Weltmeisterschaft nach Katar tankten Österreichs seit 13 Monaten, unter anderem auch in zwei Partien gegen Deutschland, ungeschlagene Hoffnungen mit zwei Siegen gegen Italiens nochmals Selbstvertrauen. Dem 2:1 (2:0) vom Donnerstag folgte Sonntagvormittag ein 1:0 (0:0) durch einen von Kapitän Jakob Pokorny kurz nach der Pause verwandelten Elfmeter, den Rapid Stürmertalent Kenny Nzogang herausholte. Von der Startelf vom Freitag spielte nur einer, Austrias Mittelfeldspieler Vasilje Markovic, von Beginn an. Das blieb nicht ohne Folgen. Spielerisch gelang wenig, aber anderseits kamen die Italiener zu keiner einzigen klaren Torchance. Österreichs Keeper musste nur bei Distanzschüssen gut reagieren. Das war Paul Pius Scharner, der Sohn des englischen Cupsiegers und ehemaligen Teamspielers, von der Akademie St. Pölten. Im Kampf um die Nummer eins zwischen den Pfosten liegt Mainz-Legionär Daniel Posch knapp voran. Wer das Match vor Ort verfolgte, war vom Austragungsort am meisten beeindruckt: Mit dem neuen Campus in Aspern, einem 70 Millionen-Projekt, ist dem ÖFB wirklich etwas hervorragendes gelungen. Das lässt sich schon einen Monat vor der offiziellen Eröffnung nach den ersten zwei Spielen im Kleinstadion für 1000 Zuschauer sagen. Die Tribüne war Sonntag zur Hälfte besetzt, Campus-Manager Alexander Gruber durfte zufrieden sein.Die Siege bedeuteten eine würdevolle Einweihung.
Von einer Mannschaft, zu deren Stärken es auch zählt, alles weg verteidigen zu können, wenn es vorne nicht so klappt. Die Innenverteidiger wie Pokorny oder der Austrianer Ifeany Ndukwe scheinen eine Bank zu sein. Am Freitag, als die erste Garnitur begann, kamen fünf Spieler der Startelf von der Salzburger Red Bull Akademie oder Liefering, drei von der Austria, je einer von Sturm Graz, Mainz und 1860 München. Keine Überraschung, dass sich auch Spielerberater das Match am Sonntag nicht entgehen ließen. Etwa Ex-Teamspieler Harald Cerny, der nicht mehr Scout beim 1. FC Köln ist, sondern eine eigene Agentur gründete. Er kümmert sich um den talentierten St. Pölten-Stürmer Valentin Ferstl, Max Hagmayr um Ndukwe. Teamchef Hermann Stadler brachte vor seiner zweiten U 17-WM alles in die richtige Relation: „Die Serie spricht für die Qualitäten der Mannschaft. Aber es wäre falsch, sich jetzt zufrieden zurückzulehnen, wir müssen uns steigern, einen Gang zulegen!“ Um gegen Saudiarabien, Mali und Neuseeland den Aufstieg zu schaffen.
Foto: ÖFB/Andreas Pichler.
