Sieben Stunden vor dem Anpfiff des Schlagers in Salzburg vermeldete Rapdi einen Erfolg: Der Verkauf des 23-jährigen Mittelfeldspielers Romeo Amane zum ehemaligen belgischen Topklub Anderlecht, der in dieser Saison aus drei Spielen nur drei Punkte holte, zuletzt gegen Vizemeister Union St. Gilloise 0:3 verlor, ging über die Bühne. Brachte einen finanziellen Gewinn: Im Jänner 2025 kostete Amane 2,5 Millionen Euro Ablöse, sein Verkauf brachte offiziell 6,5. Macht einen Gewinn von vier. Im ersten Spiel ohne Amane gab es die erste Niederlage nach vier Siegen. Die erst nach elf ungeschlagenen Pflichtspielen wurde zum Debakel: Red Bull Salzburg fertigte Rapid mit 5:1 (3:0) ab. Es war ein Desaster-Mittwoch für die Wiener Klubs. Nur Meister LASK ist noch ohne Punkteverlust, Salzburg jetzt der erste Verfolger noch vor Rapid.
Sonntag lag die Austria beim 1:4 nach 31 Minuten in Salzburg 0:3 zurück, kassierte die Tore innerhalb von 18 Minuten. Gegen Rapid führten die Bullen bereits nach 21 Minuten 3:0, trafen innerhalb von 17 Minuten dreimal. Haris Tabakovic war schon nach vier Minuten so wie vor drei Jahren im Austria-Dress der Rapid-Schreck: Nach Pass von Sota Kitano kam er an Jannes Horn vorbei, bezwang Hedl. Das erste Bundesligator des Bosniers für Salzburg. Nach 15 Minuten traf Horn bei einem Rettungsversuch Serge Raux Yao, das wurde zur Vorlage für Salzburgs Kapitän Nikolas Veratschnig, der mit links Hedl keine Chance ließ. Sechs Minuten später ließ Nenad Cvetkovic Tabakovic aus 17 Metern zum Schuss kommen, das bedeutete den Doppelpack von Salzburgs Nummer neun. Rapid hielt zwar spielerisch mit, aber nicht in der Defensive. Da stimmte nichts. Salzburg war defensiv besser. effizienter, im zentralen Mittelfeld mit Ex-Austrianer Abubakr Barry und dem Polen Bartosz Mazurek klar überlegen.
Bereits in der zweiten Minute der zweiten Hälfte,erhöhte Edmund Baidoo (Bild) nach Vorarbeit von Mazurek auf 4:0. Dann traf Rapids Kapitän Matthias Seidl aus 17 Metern, aber eine Aufholjagd ließ Salzburg nicht zu. Joker Karim Konate setzte in der letzten Minute mit dem 5:1 noch einen drauf. Salzburg blieb mit dem neuen Trainer Danny Röhl weiter unbesiegt: „Unser Pressing kam zu spät, wir haben schlecht verteidigt“, gab Seidl zu. Thorup blieb ruhig: „Das Level in der Defensive war nicht gut genug“. Sieger Röhl freute sich über die „brutale Zielstrebigkeit“, fand aber, der Sieg sei um das eine oder andere Tor zu hoch ausgefallen. Die interessante Behauptung von Andreas Herzog, dem Sky-Experten mit Rapid-Vergangenheit: Mit Salzburgs Innenverteidiger Valentin Zabransky und Mittelfeldspieler Mazurek hätte Rapid einen Punkt mitgenommen. Zabranky ist übrigens ein Wiener, der in der Jugend bei Stadlau spielte.
Am vorletzten Tag der Transferzeit schlugen LASK und Sturm Graz nochmals zu. Beide auf Leihbasis. Der LASK verstärkte die Defensive mit dem 29-jährigen, 1,88 Meter großen Daniel Elfadli, einem deutsch-libyschen Doppelstaatsbürger , der dreimal in Libyens Nationalteam spielte. In den letzten zwei Saisons war er beim Hamburger SV, damit beim Aufstieg in die Bundesliga dabei, in der er 21-mal zum Einsatz kam. Elfadli kam bisher meist als defensiver Mittelfeldspieler zum Einsatz, für ihn ist es die erste Auslandsstation. Sturm hofft, eine neue Waffe für die Offensive gefunden zu haben: Der 22-jährige Ousmane Diakite war 2022/23 bei der Salzburg-Filiale Liefering, erzielte in der zweiten Liga in 35 Spielen zwölf Treffer. 2023 wurde er um 2,5 Millionen nach Frankreich an Stade Reims verkauft, letzte Saison verliehen ihn die Franzosen an Cercle Brügge, jetzt an Sturm. Diakite ist 31-facher Teamspieler der Elfenbeinküste, war Afrika-Cup-Sieger.
Foto: RB Salzburg/Fabian Weirather.