Fußball

Wechselorgie beim letzten Test oder man kann es auch übertreiben

Letztlich war es ein Muster ohne Wert oder ein Ärgernis, die „Generalprobe“ von Österreichs U 21 fünf Tage vor dem richtungsweisenden EM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien in Murska Sobota. Nicht nur, weil es nach zehn Spielen ohne Niederlage mit 1:2 (1:0) in Hartberg gegen Norwegen die erste gab, sondern weil man sich fragen muss, was für einen Sinn die Wechselorgie von Teamchef Werner Gregoritsch hatte, die letztlich dazu führte, dass zwischen der 83. und 93. Minute aus dem 1:0 ein 1:2 wurde. Irgendwelche Erkenntnisse, die es vorher nicht gab, konnten sicher nicht gewonnen werden. Gregoritsch plante, alle Spieler zum Einsatz zu bringen, versicherte vorher, bei keinem Kopfweh zu haben. Ob das auch nachher der Fall war?

Bis auf Tormann Nikolas Polster, der Dienstag spielen wird, und Salzburgs Mittelfeldspieler Dijon Kameri, kamen wirklich alle zum Zug, wenn auch einer nur über zehn Minuen. Wobei Kameri normal ein wichtiger Faktor sein kann. Daher gab es zehn Wechsel, nur Altachs Innenverteidiger Paul Koller spielte durch. Er brachte Österreich nach einem Freistoß  von Yusuf Demir irgendwie in Führung, sah aber bei Norwegens Siegestor gar nicht gut aus. Ebenso der erstmals eingesetzte FAC-Keeper Simon Spari beim Ausgleich, einem Freistoß ins Tormanneck. Gut waren nur die ersten 35 Minuten, in denen es gelang, die Norweger zu kontrollieren. Danach nicht mehr. Die ganze zweite Hälfte war nur einziges Rückzugsgefecht, die österreichische Offensive fand nicht mehr statt.

„Norwegen hat auch nach vielen Wechseln nie an Niveau verloren. Dafür muss man ihnen gratulieren“, meinte Gregoritsch. Bei Österreich war das anders. Daher sagte er auch: „Wir haben noch viel zu lernen, müssen mit einer ganz anderen Einstellung in die Partie gegen Slowenien gehen, sonst gibt es dort nichts zu holen!“ Mit der „ersten Garnitur“ war die Einstellung aber in Ordnung. Da passte das Zweikampfverhalten, wurde gut verteidigt. Danach nicht mehr, denn es gab auch einige Positionswechsel. Nachher ist man immer gescheiter, aber es hätte mehr gebracht, eine Besetzung für das Duell gegen Slowenien einspielen zu lassen. Gut für das Selbstvertrauen war die Niederlage sicher nicht. Oder war ähnliches gar beabsichtigt, um die Mannschaft nochmals wachzurütteln? Erst Dienstagabend wird man mehr wissen.

3

Meist gelesen

Nach oben