Jeder Euro, der in den Fußball investiert wird, kommt 27-fach retour. Das ist das Ergebnis einer Studie zur sozialökonomischen Bedeutung des Fußballs in Österreich, die Josef Pröll als erste Amtshandlung nach der Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden des ÖFB in Auftrag gab. Die Erkenntnis der Studienautorin Anna Kleissner diente Freitag als Grundlage für den Entschluss des Aufsichtsrats, dass sich Österreich um die Unter 21-Europameisterschaft 2029 bewerben wird. Dazu sind zwischen sechs und acht Stadien notwendig. Das wäre die ideale Heimbühne für den Jahrgang 2008, der letztes Jahr in Katar sensationell U 17-Vizeweltmeister wurde, deshalb Donnerstag von Bundespräsident Alexander van der Bellen in der Hofburg empfangen wurde. Einer von ihnen, Mittelfeldspieler Luca Weinhandl, kam heuer in beiden Europa League-Spielen von Meister Sturm Graz in der Startelf zum Einsatz.
Samstagvormittag folgte vom ÖFB die Meldung vom schwer nachvollziehbaren Teamchefwechsel bei einer Mannschaft, die Geschichte schrieb. Der stand schon seit einiger Zeit fest. Offenbar sollte mit dem Zurückhalten Fragen beim Freitag-Medientermin zur Studie nach dem Grund der Versetzung von Stadler zur neuen U 16, die garantiert gekommen wären, verhindert werden. Stadlers Mannschaft übernimmt Oliver Lederer, vor acht Jahren eine Saison Trainer bei Admira, danach eine bei St. Pölten, seit sechs Jahren Nachwuchsteamchef. Stadler nahm es gelassen hin: „Eigentlich war es schon vor der Weltmeisterschaft besprochen, man soll ohnehin am besten aufhören, wenn ein Höhepunkt geschafft wird“. Aber man kann auch argumentieren, dass es nach der unerwarteten Sensation keinen Grund gab, etwas zu ändern.
Stadler bekam eine neue Aufgabe, den Jahrgang 2010 im Herbst als neues U 17-Team in die Qualifikation zur U 17-EM zu führen. Gleichzeitig mit Stadlers Versetzung kam der Abschied von Manfred Zsak (Bild) nach 20 Jahren als Nachwuchsteamchef, in denen er zweimal mit der U 17 die Endrunde der Europameisterschaft erreichte. Offiziell passiert dies im beiderseitigen Einvernehmen, für den 61 jährigen Zsak ist es der richtige Zeitpunkt, Raum für Neues zu schaffen. Statt Zsak wird Franz Ponweiser, 2019 der letzte Mattersburg-Trainer in der Bundesliga vor dem Konkurs, das U 17-Team betreuen. Bei der U 19 ist Martin Scherb Teamchef.
Foto: ÖFB.