Zwischen dem, was der neue Rapid-Trainer Hoff Thorup Donnerstag für sein erstes Bewerbspiel ankündigte und versprach und dem, was am Samstag beim 0:3 (0:1) im Viertelfinale des Uniqa-Cups passierte, war ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht. Es waren nur leere Versprechungen und Ankündigungen, in Wahrheit wurde nichts besser, blieb alles grottenschlecht wie im Finish der Herbstsaison. Von Thorup-Effekt keine Spur, Rapids Leistung war ein einziger Defekt. Eine Chance auf einen Titel wurde verspielt, es wird erneut eine Saison ohne Titel bleiben. Ried gewann auch in dieser Höhe verdient. Die Durchhalteparolen von Sportchef Markus Katzer („wir werden nicht die Nerven verlieren“) stehen schon am Prüfstand. In Wahrheit ist Feuer am Dach. Zehn Pflichtspiele ohne Sieg gab es in der Vereinsgeschichte zuvor noch nicht.
„Wir werden bereit sein“, versprach Thorup. Aber Rapid lag schon in der zweiten Minute zurück. Weil durch einen Fehlpass von Millionenkauf Martin Ndzie Ex-Rapider Nicolas Bajlicz an den Ball kam, ihn zu Ante Bajic, einen weiteren mit Rapid-Vergangenheit weiterspielte. Er ließ den von Thorup als Linksverteidiger nominierten Offensivspieler Dominik Weixelbaum locker stehen, traf ins lange Eck. Von Rapid kam keine Reaktion. Der einzige gefährliche Torschuss in der ersten Hälfte kam erst in der letzten Minute vor er Pause. Durch den Australier Marco Tilio, der überraschend statt Nikolaus Wurmbrand begann, für den der Arbeitstag aber in der Pause beendet war. Es zeigte sich, dass Thorup die Möglichkeiten seiner Spieler noch nicht richtig einschätzte: Matthias Seidl ist ein Spieler für das Zentrum, keiner für den linken Flügel, den Irrtum mit Weixelbaum korrigierte Thorup zur Pause, ersetzte ihn durch den gelernten Innenverteidiger Ange Ahoussou. Die Frage ist, ob Rapid die richtigen Spieler für das von Thorup forcierte 4-3-3-System hat. Ried war auch die giftigere, aggressivere Mannschaft. Wie Rapids Rekordkauf Tobias Gulliksen mitunter in Zweikämpfe ging, war fast aufreizend.
Rapid blieb auch in der zweiten Hälfte ungefährlich, ließ jedoch Rieder Chancen zu. Beim 0:2, einem haltbaren Kopfball von Rieds Innenverteidiger Niki Havenaar nach 61 Minuten, eröffnete Niklas Hedl mit einem schlimmen Fehler wieder eine Tormanndiskussion. Nur zur Erinnerung: Als Rapid Ende Oktober unter Peter Stöger in Ried 2:0 gewann, machte dies auch Tormann Paul Gartler möglich. Auch Rieds dritter Treffer in der 84. Minute fiel durch Havenaar, als er im Strafraum ein Luftduell gegen den zögerlichen Serge Philippe Raux Yao gewann. Ried, im Cup weiter ohne Verlusttor, war in allen Belangen besser, wie auch Trainer Max Senft zufrieden konstatierte. „Das ist nicht unser Anspruch“, gestand der frustrierte Rapid-Kapitän Seidl. Die Analyse von Thorup: „Wir waren mit dem Ball nicht gut, fanden nicht zu unserem Spiel!“ Er versprach, dass Rapid im April und Mai ein anderes Gesicht zeigen wird. Das würde aber sicher zu spät sein.
Hartberg, nächsten Samstag Rapids Gegner in der Bundesliga, gewann seinen letzten Test auf Kunstrasen gegen Lafnitz 7:0 (5:0). Torjäger Elias Havel traf dreimal. WSG Tirol gewann bei Austria Lustenau 2:0, die Wiener Austria bezwang im ÖFB-Campus Aspern den GAK durch Tore von Kapitän Manfred Fischer und Johannes Eggestein 2:0 (2:0). „Wir sind stabil aufgetreten, haben eine gute Vorbereitung gemacht“, hieß die positive Bilanz von Trainer Stephan Helm vor dem schweren Saisonstart am Freitag bei Winterkönig Red Bull Salzburg.
Foto: ÖFB/Gepa.