Donnerstag um 17 Uhr endete die Sommer-Übertrittszeit der Bundesliga. In der Bundesliga gab es 128 Transfers, 15 mehr als ein Jahr zuvor. Der Schnitt der letzten fünf Jahre beträgt 110. Der letzte Wechsel wurde acht Minuten vor dem Ende fixiert: Rapids 19 jähriges Verteidigertalent Furkan Demir, der zuletzt als Torschütze beim 1:1 im Jubiläumsspiel gegen Milan aufgezeigt hatte, aber nur für die grün-weiße Zeitligamannschaft eingeplant war, wechselte nach Hartberg. Das wurde noch von Markus Schopp, dem ehemaligen Sportchef und Trainer von Hartberg, eingeleitet. Als Dienstag der Wechsel von Schopp zum LASK offiziell wurde, brauchten der zwei Jahre jüngere Bruder des Galatasaray-Legionärs und sein Berater Sertan Günes eine Bedenkzeit. Obwohl Hartbergs Obmann Erich Korherr sich erst ab Freitag mit der Kandidatenliste der Schopp-Nachfolger beschäftigt, sagte Furkan Demir am Ende dennoch ja zu Hartberg.
Den ersten Transfer am letzten Tag vermeldete um elf Uhr vormittags Blau Weiß Linz mit einem Schweizer U 21-Teamspieler. Der 22 jährige Innenverteidiger Silvan Wallner ist Doppel-Staatsbürger (Schweiz, Österreich), kommt aus dem Nachwuchs des FC Zürich, war in der Saison 2022/23 bei Zweitligist Wil, absolvierte diese Saison beim FC Zürich unter Ex-Salzburg-Trainer Ricardo Moniz je vier Partien in der Super League und in der Qualifikation zur Conference League.
Drei Stunden später vermeldete Hartberg seine erste Aktivität im Transferfinish. Den Kauf des 21 jährigen holländische Innenverteidigers Björn Hardley aus der zweien Mannschaft des FC Utrecht, der zuvor im Nachwuchs von Manchester United (U 19, U 21) spielte. Eine halbe Stunde später freute sich WSG Tirol über eine 19 jährige Offensivhoffnung aus Burkina Faso namens Jaden Mazou Bambara. Genau um 15.00 machte Rapid das „Überschwappen“ der Hütteldorfer Legionärswelle auf die zweite Mannschaft, die in der zweien Liga ohne Niederlage mit einem Spiel weniger auf Platz drei hinter Ried und Kapfenberg liegt, offiziell. Eine Doppel-Verstärkung aus Afrika, 18 jährige Offensivspieler aus Mali, Ousman Thiero, und Ghana (Daniel Nunoo). 90 Minuten später meldete auch Meister Sturm Graz einen 18 jährigen Zugang aus Afrika: Den Ghanesen Lord Afrifa, einen defensiven Mittelfeldspieler. Zuvor gewann Sturm ein Trainingsspiel gegen Kapfenberg 4:1 (2:1), wobei die Neuzugänge Malick Yalcoye und Erencan Yardimci debütierten. Der türkische Stürmer erzielte das 2:0, Manprit Sarkaria, der Sturm verlassen will, das 2:0.
18 Minuten später meldete auch BW Linz neue Mittelfeldpower aus Afrika: Mit dem 19 jährigen Soumalia Diabate aus Mali, einer Leihgabe von Red Bull Salzburg. Bisher bestritt er in der Zweitliga-Filiale Liefering 32 Pflichtspiele, schoss zwei Tore. Dann kam noch Furkan Demir als Schlusspunkt. Die Bilanz: Die meisten Neuzugänge verzeichnete Hartberg mit 17. Dann folgen mit Respektabstand Salzburg, Rapid und Blau Weiß Linz (je zwölf), Austria Klagenfurt, Altach und der LASK (je elf), Aufsteiger GAK (zehn), Wolfsberg (neun), die Wiener Austria, die Freitag im Test gegen den bisher sieglosen Zweitligisten St. Pölten über ein 2:2 (0:1) nicht hinauskam, wobei Marco Raguz bis zur Pause spielte, und WSG Tirol (je 8). Schlusslicht ist Meister Sturm mit sieben.
Transferkaiser bei den 156 Neuzugängen in der zweiten Liga (zwei weniger als letztes Jahr) war Schwarz Weiß Bregenz (16) vor Amstetten, Lafnitz und Horn (je 14). Tabellenführer Ried begnügte sich mit sechs. Als letzter kam der 22 jährige Südafrikaner Antonio van Wyk, ein Offensivspieler vom FC Stellenbosch. Laut Internetportal transfermarkt hat er einen Marktwert von einer Million Euro. Damit wäre van Wyk der wertvollste Spieler der zweiten Liga.