„Mit den Leistungen der letzten Spiele gehört Österreich in die Nations League A“, behauptete Ex-Teamspieler Martin Harnik in Verkennung der Realitäten nach dem 0:2 in Belgrad als Experte von ServusTV. Wie weit Österreich derzeit vom Niveau der Nations League A entfernt ist, zeigten die vier Viertelfinalpartien, bei denen es um den Aufstieg in das Final-Four-Turnier von 4. bis 8. Juni in Deutschland ging, mit jeder Menge Dramatik. Nur ein Duell endete nach der regulären Spielzeit. Das zwischen Deutschland und Italien vor 80.000 Zuschauern in Dortmund. Nach dem 2:1 von Mailand schien zur Pause alles für das überzeugende deutsche Team gelaufen, das zwischen der 30. und 45. Minute drei Tore zur 3:0-Führung erzielte. Das zweite war kurios: Bei einem Eckball für Deutschland diskutierte Torhüter Gianluigi Donnarumma mit seinen Abwehrspielern, Deutschlands Kapitän Joshua Kimmich bekam von einem 15 jährigen Balljungen rasch den Ball, spielte ihn sofort in Richtung vordere Stange, Jamal Musiala verlängerte ins leere Tor. Das hatte Seltenheitswert. Ebenso die italienische Aufholjagd zum 3:3. Fiorentina-Stürmer Moises Kean gelang bis zur 69. Minute ein Doppelpack, Deutschland wankte. Der polnische Referee Szymon Marciniak zog nach VAR-Intervention eine Elfmeterentscheidung für die Squadra Azzura zurück, in der vierten Minute der Nachspielzeit gab es aber einen Handselfmeter. Napoli-Stürmer Giacomo Raspadori verwandelte, noch ein Tor fehlte zum Nachspiel. Das fiel nicht. Umso größer der Jubel bei Deutschland (Bild) über Aufstieg und die perfekte erste Hälfte. Für viele war es die beste seit dem 7:1-Kantersieg bei der WM 2014 gegen Brasilien am Weg zum WM-Titel. Kimmich war an allen fünf Toren gegen die Italiener beteiligt.
In die Verlängerung ging es zwischen Portugal und Dänemark in Lissabon. Cristiano Ronaldo vergab nach sechs Minuten einen Elfmeter, erzielte in der 72. Minute die 2:1-Führung. Cristian Eriksen sorgten für den ersten Ausgleich der Dänen. Bis zur 86. Minute stand es 2:2, ehe der fünf Minuten zuvor eingewechselte Trincao die Portugiesen in die Verlängerung schoss. In der Ronaldo nicht mehr dabei war. In der zweiten Minute traf Trincao nochmals, später Goncalo Ramos. Portugal daher mit 5:3 weiter, im Semifinale Gegner von Deutschland. Europameister Spanien brauchte gegen Holland nach dem glücklichen 2:2 von Rotterdam in Valencia ein Elfmeterschießen, um weiterzukommen. Die Holländer holten dreimal einen Rückstand auf. Nach 90 Minuten stand es 2:2, nach 120 3:3. Im Elfmeterschießen vergab zunächst der Holländer Noa Lang, danach Spaniens Jungstar Lamin Yamal. Den zwölften Elfmeter verwandelte Barcelonas Mittelfeldspieler Pedri zum Aufstieg, zuvor vergab Donyell Malen.
Auch die Neuauflage des WM-Finales 2018 zwischen Frankreich und Kroatien ging ins Elfmeterschießen. Nach dem 0:2 in Split dominierte Frankreich in Paris, traf aber erst nach der Pause durch Bayern-Legionär Michel Olise und Ousmane Dembele nach Assist von Olise. Kein Tor im Nachspiel, daher Elfmeterdrama. Der 13. und 14. Penalty von zwei Bayern-Spielern entschieden beim Stand von 4:4. Zunächst vergab Josip Stanisic, dann brachte der Ex-Salzburger Dayot Upamecano Frankreichs ins Semifinale gegen Spanien.