Fußball

Dramatik pur: Austria war 17 Minuten unten, Klagenfurt neun, am Ende traf es Ried

Dramatik pur Sonntag Abend beim „Finale“ um drei Plätze in der Meistergruppe. Speziell in der zweiten Hälfte in Ried, in der Südstadt und im Hütteldorfer Allianz-Stadion. Bevor es das Happy End für Wien, für  Austria und Rapid sowie Kärnten, sprich  Austria Klagenfurt, gab, mussten einige Höllenqualen leiden: Austrias gesperrter Trainer Manfred Schmid auf der Tribüne neben Sportchef Manuel Ortlechner nach Rieds Führungstreffer gegen Sturm Graz zum 1:0 durch Stefan Nutz nach 47 Minuten. Zum gleichen Zeitpunkt lag die Austria gegen Admira 0:1 zurück und wäre wie in den letzten zwei Saisonen nicht unter den ersten sechs gewesen. Patrick Pentz, der bereits nach sieben Minuten das erste Tor in diesem Jahr kassierte, sprach nachher im „Sky“-Interview offen über einen „Schweinskick“. Die Erlösung kam 17 Minuten nach Rieds Treffer  durch den Ausgleich von Alexander Grünwald nach einem abgefälschten Pass des Luxemburgers Marvin Martins. Der 32 jährige traf wie letzte Woche zum 1:0 gegen Wolfsberg. Die zwei Treffer, die er in dieser Saison erzielte, waren die entscheidenden, um Austria in die Meistergruppe zu bringen. Mit dem 1:1 lag die Austria wieder vor Ried.

Kurz nach dem Ausgleich für Austria fiel auch der für Sturm im Innviertel. Aber Ried schlug nochmals zu: Der Kroate Leo Mikic sorgte nach 78 Minuten mit einem Supertor für das 2:1. Damit wäre Austria Klagenfurt, bei Rapid 0:2 zurück, nicht mehr unter den ersten sechs gewesen. Daher begannen die Qualen für Peter Pacult. Der erfahrene Trainer reagierte, brachte Innenverteidiger Nicolas Wimmer als zusätzliche Spitze. Zuvorpassierte fast zeitgleich in der Südstadt und bei Ried einiges: Austria ging nach 82 Minuten durch das erste Bundesligator des sieben Minuten für Grünwald eingewechselten Romeo Vucic in Führung, gab die nicht mehr ab. Es war das erste Bundesligator des 19 jährigen Vucic (Bild oben), die Vorarbeit kam von einem anderen Joker, von Muharem Huskovic. Beide kommen aus dem violetten Nachwuchs. In Ried sah Tormann und Kapitän Samuel Sahin-Radlinger die rote Karte, als er bei einer Rettungsaktion außerhalb des Strafraums Sturms Legionär Anderson Niangbo an der Schulter touchierte. Eine sehr harte Entscheidung von Schiedsrichter Julian Weinberger, über die man streiten kann. Der VAR, Gerhard Grobelnik,  griff nicht ein.

Ried damit nur zu zehnt, für Radlinger kam Christian Haas im Tor zu seinem Bundesligadebüt. Sturm nützte die numerische Überlegenheit  zum glücklichen 2:2, als der Schweizer Innenverteidiger Gregory Wüthrich aus dem Getümmel nach einem Eckball unter die Latte traf. Das war die Rettung für Austria Klagenfurt nach neun Minuten auf Rang sieben. Da nach dem Schusspfiff in Hütteldorf das Match in Ried noch in der Nachspielzeit war, zitterten Klagenfurt Spieler und Pacult vor der Trainerbank, bis Weinberger das Match abpfiff. Dann begannen die großen Jubelszenen. Austria Klagenfurt kam bisher einziger  Aufsteiger in die Meistergruppe, hat damit nach 22 Runden schon das Saisonziel, den Klassenerhalt, geschafft.

Dennoch lag die Niederlage Pacult etwas im Magen: „Ich wollte, dass wir es aus eigener Kraft schaffen. Es gelang nur unter Mithilfe von Sturm Graz, vor Ried zu bleiben. „Wir hatten es selbst in der Hand, es wäre auch in Unterzahl möglich gewesen, das 2:1 über die Distanz zu bringen“, meinte der große Verlierer des dramatischen Finish, Rieds Trainer Robert Ibertsberger, „wir haben trotzdem ein Topspiel abgeliefert, jetzt müssen wir uns der neuen Situation stellen!“

Red Bull Salzburg geht in die Meistergruppe mit je neun Punkten Vorsprung auf Wolfsberg und Sturm Graz, elf auf Austria und je zwölf auf Rapid und Austria Klagenfurt. In den zehn Runden werden erstmals in der Meistergruppe vier Derbys zu sehen sein: Je zwei in Wien und Kärnten. Das ist gut für den Besuch. Auch in der Qualifikationsgruppe gibt es Derbys: Zwei in Oberösterreich zwischen Ried und LASK, zwei im Westen zwischen WSG Tirol und Schlusslicht Altach. Das muss nach zehn Spielen ohne Sieg vier Punkte Rückstand auf Admira, je fünf auf WSG Tirol und Hartberg aufholen, um nicht abzusteigen. Auf den LASK fehlen Altach sechs Punkte, auf Ried acht. Hartbergs Talfahrt nach der Cupsensation bei Rapid ist allerdings bedenklich. Es gibt seit einigen Tagen  Gerüchte, dass Trainer Kurt Russ wackelt.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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