Fußball

Rapid-Retter Zimmermann: Träume vom Meistertitel nach erstem Doppelpack

Eine Woche zuvor feierte er in Innsbruck sein Bundesligadebüt. Vier  Tage später verlängerte Bernhard Zimmermann den im Juni auslaufenden Vertrag bei Rapid bis 2025. Im ersten Spiel danach sorgte der 20 jährige Stürmer Sonntag für seine ersten Bundesligatore, avancierte mit einem Doppelpack innerhalb von 42 Minuten erstmals zum Matchwinner in Grün-Weiß. Der den Weg zum 3:0 (2:0) vor 20.400 Zuschauern gegen Austria Klagenfurt frei machte, Rapid unter den ersten sechs hielt. Erstmals riefen die jubelnden Fans seinen Namen: „Ein unbeschreibliches Gefühl, an das ich mich gewöhnen könnte“ gab er glücksstrahlend zu und sprach vom Meistertitel als Ziel für die restlichen zehn Runden. Bei zwölf Punkten Rückstand auf Red Bull Salzburg sehr mutig, aber trotzdem schwer okay, wenn er so denkt: „Bei Rapid möchte man jedes Spiel gewinnen und dann geht sich das schon aus!“ Die Feuertaufe hat Zimmermann jedenfalls mit Bravour bestanden. Er kann auch unter Druck Tore schießen.

Die erste Chance in dem Match ließ nach drei Minuten Klagenfurts Schwede Alex Timossi Andersson aus, Zimmermann nützte seine erste Gelegenheit. Die entstand, weil sich Klagenfurts Innenverteidiger Thorsten Mahrer bei einem langen  Ball von Rapids Kapitän Filip Stojkovic verschätzte. Zimmermann zog mit links ab (Bild oben) und jubelte: „Ich versuche einfach nicht viel nachzudenken“, beschrieb er seinen Spielstil. Das tut Rapid gut. Auch die Schnelligkeit, Dynamik und Aggressivität des Talents, das dort zu finden ist, wo es dem Gegner wehtut. Ganz im Gegensatz zu Yusuf Demir. In den 59 Minuten, in denen er spielte, hatte er seine starken Szenen mit einer Ausnahme im „Niemandsland“ des Mittelfelds.

Zimmermann war hingegen sehr effizient. Nach 57 Minuten traf er auf Vorarbeit von Marco Grüll wieder, der Schuss wurde von Ivan Saravanja noch abgefälscht. Der dritte Treffer fiel erst in der fünften Minuten der Nachspielzeit durch Ferdy Druijf: Der Holländer traf zuvor die Latte, ehe ihm nach Pass des für Demir gekommenen Kelvin Arase sein erster Treffer in der Bundesliga gelang. Solange Zimmermann spielte, war Druijf gar nicht der Strafraumstürmer, eher ein zentraler, offensiver Mittelfeldspieler. Der herausragende Mann im Zentrum hieß Robert Ljubicic.

Der positive Aspekt bei Rapids Sprung in die Meisterrunde: Mit Niklas Hedl, Martin Moormann, Demir und Zimmermann begannen vier Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, ein fünfter (Arase) kam als Joker. Der 20 jährige Hedl blieb im Tor, weil die muskulären Probleme von Paul Gartler sein Comeback doch nicht zuließen. Zum zweiten Mal hintereinander  hielt Hedl das „zu null“ fest, verhinderte gegen Markus Pink und dem designierten Rapidler Patrick Greil den Ausgleich Klagenfurts, nach 90 Minuten das Anschlusstor von Nicolas Wimmer. Das war eine Kampfansage an Gartler.

„Wir sind noch nicht angekommen“, bremste Trainer Ferdinand Feldhofer via „Sky“ die Jubelstimmung, „es war ein nächster Schritt, aber nicht mehr.“ Um am Ende Zweiter oder Dritter zu sein, muss Rapid je drei Punkte Rückstand auf Sturm Graz und Wolfsberg aufholen: „Die Chance auf Europa lebt, das ist unser großer Traum.“ Als Zweiter würde Rapid in die Qualifikation zur Champions League kommen, als Dritter ins Play off zur Europa League, falls Meister Salzburg auch Cupsieger wird oder Wolfsberg den Cup gewinnt und in der Bundesliga unter den ersten drei bleibt.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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