Zweites 0:2 (0:1) von Rapid in der Qualifikationsgruppe. So wie zum Start daheim gegen Red Bull Salzburg auch Freitag in der ausverkauften Liebenau-Arena vor 15.000 Zuschauern gegen Sturm Graz. Der einzige Unterschied: Gegen Sturm kassierte Grün-Weiß das erste Tor früher als gegen Salzburg, wehrte sich Rapid nach der Pause aber mehr gegen die Niederlage, kam auch zu zwei klaren Chancen. Aber Rapid bekommt weiterhin zu leicht Tore. Das blieb gleich, ist vor den nächsten drei Partien, in denen es gegen Djurgardens Stockholm um den Aufstieg ins Semifinale der Conference League geht, dazwischen das Wiener Derby, durchaus beunruhigend. Die Lage in Hütteldorf ist sehr brisant.
Trainer Robert Klauß ließ sich etwas Neues einfallen. Er begann erstmals mit zwei Stoßstürmern, mit Dion Beljo und Ercan Kara, die Flanken brauchen, um ihre Kopfballstärke einsetzen zu können. Daher passte es nicht zusammen, dass mit Jonas Auer und Louis Schaub zwei Flankenspieler auf der Bank begannen. In der ersten Hälfte gab es keinen Schuss auf das Tor von Sturm. Der Plan ging nicht auf. Statt Auer begann Moritz Oswald wie beim Aufstieg gegen Borac Banja Luka Moritz Oswald als linker Verteidiger. Sah ebenso wie Nenad Cvetkovic und Serge Raux-Yao in der Aktion zur Führung der Grazer durch William Böving führte, nicht gut aus. Einfach schlecht verteidigt: „Wir brachten zu Beginn nicht genug Energie auf den Rasen“, gestand Cvetkovic nachher im Sky-Interview. Oder es fehlt doch an Qualität.
Sicher an der Effizienz. Beljo kann man den Vorwurf machen, dass er die erste Ausgleichschance nach starker Vorarbeit von Kapitän Matthias Seidl nicht nützte. Nach 71 Minuten versuchte es Klauß mit einer Umstellung: Mit Jakob Schöller als drittem Innenverteidiger, einem Fünfer-Mittelfeld, in dem erstmals Winterkauf Romeo Amane Lukas Grgic ersetzte und unauffällig blieb, Bendegüz Bolla und Auer statt Oswald die offensiven Außenspieler waren. Nach Pass von Bolla (Bild) hatte Linksfuß Auer nach 86 Minuten den Ausgleich am rechten Fuß, traf den Ball auch perfekt, durch Sturms Abwehrchef Gregory Wüthrich, der eine Runde davor beim 1:1 in Wolfsberg das Tor verschuldete, rettete mirakulös auf der Linie. Bevor die siebenminütige Nachspielzeit begann, war für Rapid nach einem Eckball verloren: Denn da kam Sturms für den wieder einmal nicht überzeugenden Seedy Jatta eingewechselter Youngster Leon Grgic zwischen Raux Yao und Kara frei zum Kopfball. Damit blieb Rapids Tief prolongiert: „Vor der Pause waren wir zu wenig aktiv, es war nicht genug, um etwas mitzunehmen, das ist bitter. Mir ging es schon besser!“, sagte Klauß.
Kein Wunder. Nur zwei Siege in den letzten elf Runden und die gegen den Letzten (Altach) und Vorletzten (GAK). Weiter in Graz ohne Sieg, die erste Niederlage dieser Saison gegen Sturm. Jürgen Säumel konnte seine Trainerpremiere gegen Rapid als Schritt nach vorne nach der Enttäuschung in Wolfsberg bewerten. Das heißt auch: Die Wiener Austria muss Sonntag Wolfsberg besiegen, um Tabellenführer zu bleiben. Sonst ist wieder Sturm vorne.
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