Donnerstag nicht nur 25 Minuten Volldampf wie im Juni beim 4:0 in San Marino, sondern über die volle Distanz. Die Devise gab Teamchef Ralf Rangnick zum vorletzten Heimspiel in der WM-Qualifikation gegen San Marino am Donnerstagabend aus. Dass gegen den Letzten der Weltrangliste rund 40.000 Zuschauer ins Happel-Stadionkommen werden, wertete Rangnick als ein Ausrufezeichen. Dem Interesse wurde mit einer cleveren Abo-Aktion etwas nachgeholfen. Denn wochenlang gab es Karten für das „Finale“ gegen Bosnien im November nur gemeinsam mit einer Karte für den Pflichtsieg gegen San Marino. Die Nachfrage unterstreicht aber den Stellenwert des Nationalteams bei den Fans. Die sollen mit „Vollgasfußball“ belohnt werden. Zu Beginn wird aber sicher wieder Rangnick die Blicke auf sich ziehen.
Beim 2:1 gegen Bosnien in Zenica legte er den langen Weg vom Kabinengang zur Coaching Zone mit einem E-Bike zurück, das nach der Qualifikation für wohltätige Zwecke versteigert wird. Inzwischen wurde er zum vierten Mal am rechten Sprunggelenk operiert, auf dem er weitere zwei Wochen nicht stehen soll. Beim Training war er deshalb mit einem Golf-Car unterwegs, Mittwoch humpelte er zu einem Fototermin, ward auf Krücken unterwegs, „furh“ dann ins Medienzentrum mit einer Art „orthopädischen Roller“, den ihm wie schon das E-Bike wieder Teammanager Lennart Coerdt besorgte. Auf dem er rund um das Spiel von der Kabine zur Trainerbank unterwegs sein. Wieder etwas „ungewohntes“.
Ebenso, dass Christoph Baumgartner nicht spielen wird. Wegen einer Fersenverletzung, die ihn bereits seit Wochen plagt. Zwei Spiele in vier Tagen hätte er damit nicht geschafft, daher schont ihn Rangnick für das schwerere Spiel am Sonntag in Bukarest. Dass er ihn schon gegen San Marino als Joker braucht, weil es ähnlich schlecht läuft wie beim 1:0 gegen Zypern, kann und will sich Rangnick nicht vorstellen. Die Rollenverteilung ohne Baumgartner scheint klar: Vor der Viererabwehr Nicolas Seiwald und Florian Grillitsch im zentralen Mittelfeld, die offensiven Mittelfeldrollen haben Marcel Sabitzer und Romano Schmid hinter der Doppelspitze mit Marko Arnautovic und Michael Gregoritsch. Rangnicks Kommentar hieß: „Lasst euch überraschen!“ Die Alternative wäre ein 4-3-3. Dann ohne Grillitsch im Mittelfeld, mit nur einem „Sechser“, sprich Seiwald, und entweder mit Neuling Nikolaus Wurmbrand oder Raul Florucz als dritte Spitze. Die Aufstellungsvariante wird aber gegen San Marino keine entscheidende Rolle spielte.
Auch wenn Kapitän David Alaba an Bosniens mühevolles Heimspiel gegen San Marino. Am 7. Juni, als Österreich Rumänien 2:1 schlug, fiel in Zenica nur ein Tor durch Edin Dzeko nach 66 Minuten, mehr nicht. Sowohl Rangnick als die Spieler wollen eine klaren Sieg, auch wenn sie auf Grund der Ausgangsposition vor den letzte vier Spielen es nicht zulassen wollen, dass am Ende die beste Tordifferenz über das WM-Ticket entscheidet. Bosnien spielt Donnerstag in Zenica gegen Zypern. Für Alaba ist es die vierte WM-Qualifikation seiner Karriere. In keiner fühlte er sich dem Ziel so nahe wie in dieser: „Wir haben zugelegt, sind besser und reifer geworden!“
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