Nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der zweiten Liga gibt´s Aufreger: Bei Österreichs ältestem Fußballklub, der Vienna, dessen Aufstiegsambitionen nach 13 von 30 Runden schon krachend gescheitert sind, was man bei Platz elf in der neuen Tabelle nach Stripfings Rückzug und zwölf Punkten Rückstand auf Tabellenführer St. Pölten, je elf auf Austria Lustenau, Admira und den Floridsdorfer AC risikolos behaupten kann. Schon nach fünf Runden musste Trainer Memet Sütcü gehen. Unter Nachfolger Hans Kleer wurde die Aufstiegschancen auch nicht größer, eher das Gegenteil: nur zwei Siege in acht Runden, aber vier Niederlagen, daher nur acht Punkte. Mittwoch gab es die nächste Konsequenz: Die Trennung von Sportchef Andreas Ivanschitz, nach zweieinhalb Jahren und Chefscout Stefan Manzana-Marin. Weil die angestrebten Ziele und die erhoffte Weiterentwicklung trotz erheblicher Investitionen in den Kader und dessen Umfeld sowie großem Einsatz von „Workoholic“ Ivanschitz nicht im gewünschten Ausmaß erreicht worden sind. Daher sah es der Verein, sprich Präsident Kurt Svoboda und Vize Roland Schmid, nach einer Aufarbeitung von interne Fehlern als notwendig an, neue Impulse zu setzen und die sportliche Ausrichtung schon jetzt neu zu justieren: „Solche Schritte gehören dazu, auch wenn sie schmerzen. Über allem steht das Ziel, die Vienna langfristig erfolgreich aufzustellen!“, erklärte Svoboda.
Fakt ist, dass die Chemie zwischen Ex-Teamkapitän Ivanschitz und Kleer nicht wirklich passte. Aber nicht wegen des Altersunterschieds von 14 Jahren. Für die Rückkehr des 56 jährigen Kleer auf Viennas Trainerbank nach sieben Jahren hatte sich vor allem Svoboda eingesetzt. Von den acht Sommertransfers schlugen bisher nur wenige ein, vor allem die für die Aufrüstung der Offensive. Das ist der Vorwurf an Ivanschitz und Chefscout Manzana-Marin. Da geht es vor allem um den von Manzana in Italien bei Pisa „entdeckten“ 23 jährigen Sambia-Stürmer Bamba Susso gibt es verschiedene Meinungen. Nach der letzten Heimneiderlage gegen Amstetten legte sich Kleer vor der Mannschaft mit dem zuvor verletzt gewesenen Stürmer Marco Djuricin an. Den wechselte Kleer nach 66 Minuten ein, als Vienna 2:1 führte. Am Ende hieß es 2:3, wofür Kleer auch den 32 jährigen Djuricin verantwortlich machte. Das blau-gelbe Betriebsklima ist also offenbar nicht wirklich gut. Aber nach Wechsel von Trainer und Sportchef sind eindeutig die Spieler in der Pflicht.
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