Fußball

Salzburg war anders: Keine „Trainerreserven“ bei Sturm Graz und Rapid

Meister Sturm Graz musste bei der Trainersuche in fremden Revieren „wildern“, wurde schließlich bei einem Klub aus der unteren Tabellenhälfte fündig. Bei Rapid wird die Wahl wohl auf Johannes Thorup, einem derzeit beschäftigungslosen, weitgehendst unbekannten Dänen fallen. Trainerlösungen aus den eigenen Reihen gab es wieder in der Steiermark noch in Hütteldorf. Rapid versuchte es mit Stefan Kulovits, hielt an ihm fest, als er mit der zweiten Mannschaft aus der zweiten Liga in die Regionalliga Ost abstieg. Jetzt hat Kulovits die UEFA-Pro-Lizenz, feierte aber als Interimslösung nach der Trennung von Peter Stöger keinen Sieg. Überdies behaupten grün-weiße Insider, dass er sich gegenüber Stöger nicht gerade loyal verhalten haben soll

Zu besseren Zeiten von Red Bull Salzburg, als Christoph Freund Sportvorstand war, hatte er schon interne Lösungen parat, als sich Trainer verabschiedeten. Das war 2017 Marco Rose, als der Spanier Oscar Garcia lieber nach Frankreich wechselte. Zuvor war Rose U 18-Trainer, gewann mit den Salzburger Talenten sensationell die Youth League. Nach 141 Spielen mit drei Titeln und dem Vorstoss ins Semifinale der Europa League hatte er den beachtlichen Punkteschnitt von 2,35. Als sich zu Mönchengladbach verabschiedete, engagierte Freud den Amerikaner Jesse Marsch, der zuvor Assistent von Ralf Ragnick bei RB Leipzig war. Als Marsch zurück nach Leiozig wechselte, vertraute Freund wieder einem U 18-Trainer der Salzburger Akademie. Auch Matthias Jaissle war sehr erfolgreich (92 Spiele/Punkteschnitt 2,28), ehe er der Millionen wegen trotz laufendem Vertrag Ja  zu Al Ahli in Saudiarabien sagte, wo er derzeit Riyad Mahrez, den Kapitän von Österreichs WM-Gegner Algerien trainiert. Auch bei Bayern hatte Freund bei der Trainersuche vor eineinhalb Jahren mit Vincent Kompany den richtigen „Riecher“. Damals wurde der Belgier als fünfte oder sechste Wahl kritisiert. Aber wenn ein Trainer erfolgreich ist, fragt bald niemand mehr danach, welche Wahl er gewesen ist, ob er nur zum Zug kam, weil andere nicht wollten.

Ob das Sturm Graz künftig auch über Fabio Ingolitsch sagen kann?  Bei ihm haben ebenso finanzielle Gründe mitgespielt wie bei der Trennung von Jürgen Säumel. Ingolitsch aus dem Vertrag  bei Altach herauszukaufen kam billiger als Max Senft aus dem bei Ried. Säumel steht nur noch  bis Sommer auf der Gehaltsliste von Sturm, bei Parensen wären es noch zwei Jahre gewesen.  Eines muss Ingolitsch aber klar sein: Er wird daran gemssen, ob er mit Sturm einen Titel holen kann. Und das ist sicher schwerer als mit Altach den Klassenerhalt zu schaffen,

 

Foto: Red Bull Salzburg.

6

Meist gelesen

Nach oben