Die Probleme für Österreichs Team auf Zypern begannen erst nach dem Spiel. Etwa zweieinhalb Stunden nach dem Schlusspfiff in Limassol am Flughafen. Bosniens Sieg gegen Rumänien war der erste Stimmungskiller. Aber ein noch viel größerer die Probleme beim Abflug des AUA-Charters, der sich um zwei Stunden verspätete. Grund: Probleme mit Übergepäck, das vor der Trainingswoche in Paphos via Spedition nach Zypern gebracht wurde. Es passte nicht alles in die Maschine, es gab lange „Verhandlungen“. Wie sich das auf die Laune eines Perfektionisten wie Ralf Rangnick auswirkte, kann man sich vorstellen. Auch die Spieler waren sicher nicht begeistert davon, erst 15 Minuten nach vier Uhr früh in Wien zu landen und nach fünf Uhr die Hotelzimmer zu beziehen. Dennoch gab es Sonntag das erste Teamtraining im neuen ÖFB-Campus in Aspern. Für die Spieler, die nur einen Kurzeinsatz hatten oder gar nicht spielten. Rapids Nikolaus Wurmbrand, die Bremen-Legionäre Marco Friedl und Marco Grüll oder Kapitän David Alaba.
Er trainierte voll mit, Sportchef Peter Schöttel erklärte aber bereits Samstag vor dem verspteten Abflug nach Wien, dass Alaba noch ein Fragezeichen ist. Wegen seiner Wadenprobleme. Für einen Einsatz von Beginn an wird es sich vermutlich nicht ausgehen. Das Duo Philipp Lienhart und Kevin Danso ließ aber keine Wünsche offen. Danso kennt auch den Schiedsrichter, der Dienstag im Happel-Stadion das „Finale“ leiten wird: Es ist der 37 jährige Portugiese Joao Pinheiro, der im Sommer beim Duell um den Supercup in Udine zwischen Paris St. Germain und Tottenham, das Paris im Elfmeterschießen gewann, pfiff.
Zum Thema gemacht wurde auch die Tatsache, dass unter Rangnick noch kein Sieg in einem „Finalspiel“ im Happel-Stadion gelang. Das passierte letztes Jahr und heuer in der Nations League gegen Slowenien und Serbien. Ein 1:1 wie in diesen beiden Partien würde Dienstag aber zum WM-Ticket genügen. Aber wenn eine Mannschaften on sieben Qualifikationsspielen sechs gewann, ist zittern wirklich nicht angebracht. Auch die „Angst“, dass annähernd gleich viele bosnische Fans wie österreichische im Stadion sein werden, ist übertrieben: Denn es wurden mehr als 30.000 Abonnements für die Spiele gegen San Marino und Bosnien verkauft. Dass unter den Käufern tausende Bosnier waren, kann man ausschließen.
Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.