Winterkönig Red Bull Salzburg hat laut den letzten Wirtschaftszahlen der Bundesliga ein Eigenkapital von 164,535 Millionen Euro. Jetzt kamen nochmals 13 Millionen dazu: Durch den Wechsel des 22 jährigen serbischen Stürmer Petar Ratkov zum Neunten der italienischen Serie A, Lazio Rom, der Mittwoch gegen Nachzügler Fiorentina vor 35.000 Zuschauern im Olympiastadion über ein 2:2 nicht hinauskam, zur Halzeit der Saison acht Punkte Rückstand auf einen Europacupplatz hat. Ratkov kostete vor zweieinhalb Jahren, als ihn Salzburg vom serbischen Kub Backa Topola kaufte, 6,5 Millionen. Daher kann der neue Sport-Geschäftsführer Marcus Mann mit seinem ersten Transfer sehr zufrieden sein. Zumindest wirtschaftlich. Anderseits verliert Sazburg seinen besten Torschützen diesr Saison, in der Ratkov neun seiner 22 Tore in insgesamt 99 Spielen im Salzburg-Dress erzielte. In Erinnerung blieb vor allem sein schnellster Treffer zum 1:0 gegen Bau Wei0 Linz nach nur sechs Sekunden. Er strebte den Wechsel in eine der europäischen Topligen an, sah darin zurecht eine große Chance in seiner Karriere.
Auch ohne Ratkov sind sechs Stürmer derzeit in Salzburgs Traningslager Belek: Edmund Baidoo, der wieder fitte frühere Schützenkönig Karim Konate, der Däne Clement Bischoff, der Belgier Yorbe Vertessen, Karim Onisiwo und der 18 jährige Schweizer Mittelstürmer Enrique Aguilar. Allerdings ist keiner von ihnen der zweitbeste Torschütze nach Ratkov, sondern der bosnische Mittelfeldspieler Kerim Alajbegovic. Mit Ratkov fehlt Salzburg jedenfalls der Spieler, den man noch am ehesten als „Knipser“ bezeichnen konnte. Die Effizienz zählte trotz Platz eins mit 36 erzielten Toren wirklich nicht zu Salzburgs Stärken.
In Rom löste Ratkovs Verpflichtung seltsame Nebengeräusche aus. Die 13 Millionen konnte Klubbesitzer Claudio Lotito locker verkraften, weil zuvor der argentinische Stürmer Valentin Castellanos und der französische Mittelfeldspieler Matteo Guendouzi zusammen um 55 Millionen Euro an Westham und Fenerbahce Istanbul verkauft wurden. Was den für seine kauzigen Kommentare bekannten 66 jährigen Trainer Maurizio Sarri, der früher mit Chelsea die Europa League gewann und mit Juventus Meister war, etwas verärgerte. Zu Rakov fiel ihm nichts besseres als der Sager „den Spieler kenne ich nicht. Ich hatte keine Zeit, den österreeichischen Fußball zu beobachten!“ Offenbar übernahmen dies Sportdirektor Angelo Fabiani und die Scouts. Der beste Lazio-Torschütze in dieser Saison ist Matteo Cancellieri mit nur drei Treffern. Eine starke Konkurrenz wird Ratkov nicht haben.
Foto: FC Salzburg.