Wenn der LASK Samstag gegen WSG Tirol das zehnte Spiel ohne Niederlage schafft, wäre es keine große Überraschung. Zuletzt gelang das den Linzern 2018/19 unter Oliver Glasner, damals waren es sogar 13. Sollte Rapid nach seiner Rekord-Negativsserie von zehn Spielen ohne Niederlage gegen Hartberg in Hütteldorf gewinnen, dann wäre das eigentlich gegen die Papierform. Weil die Steirer so etwas wie ein Angstgegner Rapids sind, nur drei der zehn Auswärtsspiele im Allianz-Stadion verloren, fünf hingegen gewannen, in den letzten vier Auswärtsspielen ungeschlagen blieben, nur eine Niederlage in den letzten neun Runden kassierten. Darum meinte auch Hartbergs Trainer Manfred Schmid: „Wir sind Vierter, gegen Rapid ist es ein Schlüsselspiel, vor allem für uns, da wir vor Rapid liegen. Wir können schon viel in unsere Richtung bringen!“ Auf Hartbergs Homepage war zu lesen: Gemetzel startet in Wien!
Vor drei Jahren kostete eine 0:1-Niederlage in Hartberg Zoran Barisic den Trainerjob, obwohl Rapid damals die bessere Mannschaft mit mehr Torchancen war. Aber Sportchef Markus Katzer verlor die Nerven. Nicht zum letzten Mal. Rapids neuer Trainer Hoff Thorup erfuhr von der schlechten Bilanz erst am Mittwoch, Rückkehrer Andreas Weimann erst nach dem ersten Training am Freitag. Dass er zum Kader gehören wird, ist sicher. Dass er bei seinem Debüt in der österreichischen Bundesliga steht, könnte auch passieren. Weil Thorup viel von ihm hält, die Leistungen beim schlimmen 0:3 im Cupviertelfinale bei Ried geradezu Umstellungen fordert. Das gab auch Thorup zu, ohne seine Pläne zu verraten. Thorup trainierte noch nie in seiner Karriere ein Brüderpaar. Dass Samstag Furkan und Yusuf Demir spielen, kann man ausschließen. Yusuf ist noch nicht matchfit. Nichts mit seiner Rückkehr hat es zu tun, dass Rapid die Turkish Airlines als Sponsor gewinnen konnte.
15.000 Karten hat Rapid für das Schlüsselspiel im Kampf um die Qualifikation für die Meistergruppe verkauft. Auf der Tribüne wird auch Weimanns Familie sitzen: Frau Jennifer und die drei Kinder flogen mit zur Unterschrift nach Wien, kehren Montag nach England zurück. Die Kinder bekamen im Fanshop Rapid-Trikots mit Weimanns Rückennummer 26 und der Aufschrift Papa, die sie sicher tragen werden. Weimanns Eltern, bei denen er nch 18 Jahren wahrscheinich wieder einziehen wird und der Bruder, sind ebenfalls live dabei. Über Vergleiche zwischen Championship und Bundesliga zu reden, lehnte er ab: „Da kann ich erst etwas sagen, wenn ich gespielt habe!“ Es ist für ihn die erste von 15 Chancen, sich via Rapid für Österreichs WM-Kader zu empfehlen. Dass dies praktisch der einzige Grund für seine kurze Übersiedlung nach Wien war, verhehlt Weimann nicht: „Und falls ich es nicht schaffe, dann habe ich es wenigstens probiert!“
Foto: Instagram @effortlessbyjennifer_.