Der Sensationslauf der Mannschaft aus einer 57.000 Einwohner-Stadt, die 100 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt, in der Champions League geht weiter. Dort, wo Sturm Graz vor acht Monaten im Play-off zur Ligaphase gegen Bodö Glimt mit 0:5 unterging, war Dienstag auch für Inter Mailand im Play-off zum Achtelfinale nichts zu holen. Italiens Tabellenführer unterlag bei minus drei Grad im Aspmyra-Stadion auf Kunstrasen dem norwegischen Meister 1:3 (1:1). Der dritte Sieg von Bodö hintereinander war zugleich der erste einer norwegischen Mannschaft in einem k.o.-Spiel. Drei Tore kassierte Inters Schweizer Torhüter Yann Sommer zuvor in der Ligaphase nur von Englands Meister Arsenal. Die erste Führung der Norweger konnte Inter noch durch ein irreguläres Tor von Francesco Esposito ausgleichen. Vor seinem Schuss hatte er den Ball klar auf der Hand. Der deutsche Referee Daniel Siebert sah es nicht. Dass sich der deutsche VAR Christian Dingert nicht meldete, war ein mittlerer Skandal. Von dem sich Bodö nicht bremsen ließ, mit einem Doppelschlag zwischen der 60. und 64. Minute Inter schockte. Zunächst traf Jens Petter Hauge, der unter Oliver Glasner bei Eintracht Frankfurt gespielt hatte, mit links nach Pass des dänischen Mittelstürmers Kasper Högh, danach nützte Högh die perfekte Vorarbeit von Hauge. Das Duo entschied das Spiel, Högh war mit einem Tor und zwei Assist der Mann des Abends. Es war sein viertes Tor in den letzten drei Spielen. Davor traf er zweimal beim 3:1-Heimsieg gegen Manchester City und einmal beim 2:1 in Madrid gegen Atletico. 7400 Bodö-Fans im ausverkauften Stadion waren begeistert. Was passiert nächsten Dienstag im Mailänder San Siro-Stadion vor 80.000 Zuschauern?
Sechs Tore gab es in Brügge beim Heimspiel des belgischen Vizemeisters gegen Atletico Madrid. Die Spanier führten zur Pause 2:0, bis zur 60. Minute schaffte Brügge den Ausgleich. Ein Eigentor von Innenverteidiger Joel Ordonez schient Atletico den Sieg zu bringen, doch in der 90. Minut fiel noch das 3:3 durch den Griechen Tzolis. Alles gelaufen müsste für Bayer Leverkusen nach dem 2:0 (2:0) in Athen gegen Olympiakos sein, Der Tscheche Patrik Schick erzielte beide Treffer. In die Rekordbücher kam der englische Teamstürmer Anthony Gordon beim 6:1 (5:0)-Kantersieg von Newcastle in Aserbaidschans Haupstadt Baku gegen Qarabag Agdam. Durch vier Treffer in einer Spielhälfte, darunter einen Hattrick zwischen der 32. und 45. Minuten. Das schaffte in der Champions League vor ihm nur ein anderer: Der Brasilianer Luiz Adriano vor zwölf Jahren beim 7:0 von Ukraine-Meister Schachtjor Donezk gegen Bate Borisov.
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