Fußball

Auf Austrias Traumstart folgte Debakel: Kiteishvili war der Unterschied

Besser hätte für die Austria an ihrem 115. Geburtstag das Duell um die Tabellenführung gegen Meister Sturm Graz vor 13 800 Zuschauern gar nicht beginnen können. Mit dem ersten Angriff fiel nach 31 Sekunden durch das erste Bundesligator des 20-jährigen Startelfdebütanten Matteo Schablas. Dadurch stand Austria sogar auf Platz eins. Aber nur sechs Minuten lang. Dann glich der Pole Filip Rozga aus, damit lag Sturm wieder vor der Austria. Schon bei der Aktion hatte Otar Kiteishvili seine Beine im Spiel. Mit der letzten Aktion vor der Pause brachte der Georgier (Bild) völlig entgegen dem Spielverlauf Sturm in Führung. Kiteishvili erwies sich einmal mehr als herausragender Kreativspieler der Liga, der den Unterschied ausmachte, dass Sturm am Ende 5:2 (2:1) gewann. Für Austria folgte auf den Traumstart ein Debakel. Fünf Tore kassierte Violett nicht nur in dieser Saison zuvor nie. Es passierte erstmals seit der Rückkehr von Aleksandar Dragovic. Und das nach einer starken ersten Hälfte, die Trainer Stephan Helm als „überragend“ bewertete.

Zur Pause hätte die Austria klar in Führung liegen müssen. Denn zuvor war die rechte Abwehrseite  von Sturm mit dem eher offensiv orientierten Jacob Hödl und Albert Vallci fast ein Durchhaus, über das die Austria immer wieder zu Chancen kam. Sturms Sportchef Michael Parensen verließ nach einer halben Stunde zornig die Medientribüne in Richtung Kabine. Die vergebenen Chancen von Kapitän Manfred Fischer, Schablas, der auch ein zweites Tor am Fuß hatte, und Abubakr Barry fielen der Austria auf den Kopf. Denn Kiteishvili entschied nach zehn Minuten der zweiten Hälfte das Spiel: Als Tin Plavotic ihn im Strafraum foulte, pfiff der Tiroler Referee Walter Altmann zwar nicht, aber VAR Manuel Schüttengruber meldete sich, schickte Altmann zum On-Field-Review. Danach entschied Altmann auf Elfmeter und zeigte Austrias Innenverteidiger die zweite gelbe Karte. Für Helm war das der Knackpunkt. Kiteishvili schickte beim Elfmeter Austrias Tormann Samue Sahin-Radlinger ins falsche Eck, sorgte für das 3:1. Gegen zehn Austrianer traf Sturm durch die Winterköufe Ryan Fosso und Gizo Mamageishvili, dessen Schuss Dragovic noch abfälschte, in den nächsten elf Minuten noch zweimal. Alles, was folgte, war Draufgabe. Die rote Karte für Surms Innenverteidiger Paul Koller nach einem Tritt gegen Joachim Eggenstein und das zweite Austria-Tor durch Fischer. Hätte er vor der Pause seine Chance genutzt, wer weiß …

„Wir sind glücklich über das Resultat, aber nicht über die Leistung“, gestand Sturms Trainer Fabio Ingolitsch. Auch Kiteishvili, der mit zwölf Toren jetzt auch allein die Schützenliste anführt, erkannte Verbesserungsbedarf: „Wir hatten vor der Pause Glück. Dass wir in Führung gehen, war nicht zu erwarten. „Aber fünf Treffer auswärts zu erzielen, ist eine Ansage!“ Nach der Sturm drei Punkte Vorsprung hat, einen kleinen Schritt in Richtung Titelverteidigung machte. Gelingt am Freitag ein Heimsieg gegen Salzburg, dann hat Sturm die Mannschaft, die in der vorletzten Runde des Grunddurchgangs noch Tabellenführer war, schon um sieben Punkte abgehängt.

Foto: Gepa/Admiral.

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