62, 4 Millionen fordern 1,09 Milliarden Euro. Das ist die Ausgangsposition vor der Champions League-Premiere im ausverkauften Linzer Stadion zwischen dem LASK und dem FC Liverpool. 62,4 Millionen ist der Kurswert des Kaders von Österreichs Doublesieger LASK, 1,09 Milliarden der des FC Liverpool. Ein Unterschied von 1,02 Milliarden. Für jeden LASK-Spieler wird es das größte Match, die größte Herausforderung der bisherigen Karriere. Liverpool leistete sich in der Sommertransferzeit eine Minusbilanz von 238,40 Millionen, um Bradley Barcola von Champions League-Sieger Paris St. Germain zu bekommen, den französischen Innenverteidiger Jean Jaquet und Osasuna-Stürmer Victor Munoz. Barcola kostete 125 Millionen Ablöse, ist einer der zwei Liverpool-Stars mit einem Marktwert von 100 Millionen Euro. Der andere, Ex-Salzburg-Legionär Dominik Szoboszlai, fällt ebenso verletzt aus wie die Stürmer Alexander Isak und Cody Gakpo. Sie kamen von den Nations League-Spielen mit Ungarn, Schweden und Holland verletzt zurück. Auch beim LASK-Spieler mit dem höchsten Marktwert, dem Nigerianer Moses Usor (acht Millionen) gibt es ein Fragezeichen wegen seiner lädierten Schulter.
„Es wäre schlimm, wenn wir in Ehrfurcht vor dem großen Namen und Favoriten erstarren würden“, meinte LASK-Trainer, versicherte: „Wir glauben, dass etwas möglich sein wird. Wissen aber auch, dass dies nur mit einer außergewöhnlichen Leistung gelingen kann!“ Aber die hat der LASK im August schon geschafft: Beim 5:1 gegen Celtic Glasgow, das den LASK in die Ligaphase brachte. Die Erinnerung daran baut auf, hilft aber nicht. Kapitän Sascha Horvath, Andres Andrade und Florian Flecker spielten schon einmal mit dem LASK gegen Liverpool auf der Gugl: Das war am 21. September 2023 in der Europa-League-Gruppenphase vor nur 7000 Zuschauern. Die Trainer hießen damals Thomas Sageder und Jürgen Klopp. Der LASK führte durch Fleckers Tor nach Horvath-Arbeit von der 14. bis zur 56. Minute, dann drehten zwei Liverpool-Treffer innerhalb von sieben Minuten die Partie. Am Ende gewann Liverpool standesgemäß 3:1. Drei Jahre später wäre es eine größere Sensation als damals, wenn der LASK nicht verliert: „Liverpool hat derzeit keinen guten Lauf“, spielte Kühbauer auf das 0:3 gegen Manchester City am letzten Sonntag an, „wir dürfen nicht zulassen, dass sich das gegen uns ändert!“
LASK gegen Liverpool überträgt in Österreich nur Canal+ direkt. Zu den Kommentatoren Thomas Trukesitz und Stefan Oesen kommen als Experten im Studio Peter Stöger und Florian Kainz, der letzten Sonntag in Graz den Halb-Marathon absolvierte. Ab 23.00 bieten Canal+ und ORF die Highlights aller 18 Spiele der zweiten Runde. Die dritte folgt bereits eine Woche später, der LASK gastiert im Avelade-Stadion bei Sporting Lissabon. Die Portugiesen feierten Dienstag ihren zweiten Sieg, gewannen in Frankreich bei Lens 2:0 (1:0). Bei den Verlierern spielte Ex-Salzburg-Innenverteidiger Samson Baidoo bis zur 58. Minute. Bei Sky sind mit Ausnahme von LASK -Liverpool alle acht Mittwoch-Spiele zu sehen.
Foto: UEFA.