Sein letztes Spiel für Rapid bestritt Jakob Schöller (Bild) am 16. August in Hütteldorf beim 8:0-Kantersieg gegen den GAK. Beim Kurzeinsatz in den letzten zehn Minuten verletzte er sich am linken Oberschenkel. Daher verpasste der 20-jährige danach vier Spiele in der Bundesliga und eines im Cup. Dennoch schien er letzte Woche im Kader von Österreichs U 21 für die EM-Qualifikation gegen Dänemark und in Wales am 2. und 6. Oktober auf. Worüber sich Rapids Trainer Hoff Thorup sehr ärgerte. Wie könne man einen Spieler, der nicht im Mannschaftstraining steht und seit einem Monat pausiert, nominieren? Das sei fahrlässig, für ihn unverständlich, kritisierte er damit U21-Teamchef Peter Perchtold. Dienstag begannen in Frauenkirchen die Vorbereitungen des U 21-Teams für die zwei Entscheidungsspiele. Bisher meldete der ÖFB jedenfalls nicht, dass Schöller aus dem Kader „entlassen“ wurde. Schöller ist in Frauenkirchen und trainiert auch mit. Offenbar ist es doch anders, als es Thorup sagte. Außer Schöller stehen mit Ifeany Ndukwe (Levante), Konstantin Schopp (Hartberg), Brighton-Legionär Jannik Schuster und Valentin Zabransky (Red Bull Salzburg) noch vier Innenverteidiger in Perchtolds Kader.
Das war nicht die einzige Aufregung der letzten Tage um Schöller. Montag gab es vor dem Wiener Landesgericht einen Prozess, den die Salzburger Agentur „More than Sports“ von Frank Schreier in Zusammenhang mit Schöllers Wechsel von Admira zu Rapid anstrengte. Im Vertrag mit der Admira gab es eine Ausstiegsklausel für 500.000 Euro, die Schöller zog. Rapid zahlte die halbe Million, womit im Sommer 2024 alles geregelt war. Schöller lässt sich von der deutschen Agentur „CNSports“ beraten. CN steht für Christian Nerlinger, den ehemaligen Bayern-Spieler. Wieso fordert dann eine andere von der Admira die prozentuelle Beteiligung an der Transfersumme, die der Zweitligist verständlicherweise ablehnt, zu zahlen? Offenbar reklamiert „More than sports“, Rapid auf die Ausstiegsklausel aufmerksam gemacht und Admira damit zu 500.000 Euro verholfen zu haben. Nachvollziehbar ist dies nicht. „More than sport“ vertritt unter anderem Teamspieler Patrick Wimmer und Ifeany Ndukwe. Von dessen Dreimillionen-Ablöse, die der FC Liverpool für ihn zahlte, musste die Austria an Schreier 15 Prozent abtreten.
Vor Gericht sagte Montag unter anderem Peter Stöger als ehemaliger Admira-Sportchef aus. Der als Zeuge geladene Rapid-Sportchef Markus Katzer erschien jedoch nicht. Daher gab es keine Entscheidung, sondern wurde vertagt.
Foto: Yigit Oerme.