Fußball

Standing Ovations für Hermann Stadler und seine Vizeweltmeister

Es war Montagabend in Wien bereits die 30. Auflage der nach dem viel zu früh verstorbenen Bruno Pezzey benannten Bruno-Gala der Vereinigung der Fußballer, in der die von Spielerinnen und Spieler gewählte Fußballerin und Fußballer sowie der Trainer des Jahres ausgezeichnet werden. Aber es war doch eine besondere. Es war die erste, die in einer Eishalle veranstaltet wurde. Die Eisfläche in der Halle, in der Mittwoch die Vienna Capitals ihr erstes Heimspiel in dieser ICE League gegen Fehervar bestreiten, war mit Platten abgedeckt. Darauf standen die Tische für die geladenen Gäste und die Bühne für die von der TV-Moderatorin Kathi Bellowitsch und Sky-Experten Marko Stankovic moderierten Show, die über 90 Minuten und damit etwas zu lange dauerte. Die Kälte ging trotz der Platten auf dem Eis trotzdem durch. So wurde es die kälteste Bruno-Gala der Geschichte. Die rund 500 Zuschauer, die auf der Tribüne saßen, teilweise sogar im Smoking mit Fliege, hatten es eindeutig wärmer.

Prominent waren die Personen, die den Gewinnern den Bruno überreichen sollten. Sollten deshalb, weil acht der zwölf Sieger nicht nach Kagran kommen konnten. Aus nachvollziehbaren Gründen. Weil sie beim Nationalteam warfen wie der Spieler der Saison, LASK-Kapitän Sascha Horvath, sein Klubkollege Lukas Jungwirth als Tormann der Saison oder Didi Kühbauer, der wie 2025 Trainer des Jahres wurde. Horvath und Jungwirth waren beim Nationalteam in Windischgarsten, ebenso Kühbauer. Aber aus einem anderen Grund. Als einziger Burgenländer, der bisher bei einem WM-Spiel im Einsatz war, musste er beim Werdedreh des 30-jährigen Jubiläums vom Teamsponsor Burgenland in Windischgarsten dabei sein. Da traf das WM-Team von 1998 auf das von 2026. Zum 98-er Team gehörte auch Peter Schöttel. Eine Woche, nachdem der ÖFB-Aufsichtsrat nach neun Jahren seine Ära als Sportchef beendet hatte, war er deshalb in Windischgarsten. Und verabschiedete sich bei dieser Gelegenheit von den Spielern, mit denen er vier Monate zuvor bei der WM in den Vereinigten Staaten war.

Nicht in Kagran waren die Spielerin der Saison, Sarah Mattner-Tremblau, die Legionärin Chiara D´Angelo und Laura Feiersinger, die den Legenden-Preis erhielt. Sie mussten mit Bayern München bzw. Werder Bremen spielen, Feiersinger bekam keine „Freigabe“ vom 1. FC Köln. Doublegewinner LASK als Mannschaft der Saison war nicht vertreten, Konrad Laimer musste als bester Legionär die Reha in München vorantreiben. So standen etwa Kurt Jara, Marc Janko oder Robert Almer, der Teamtorhüter bei der EM 2016, mit dem Bruno auf der Bühne, ohne ihn jemand in die Hand drücen zu können. Die Sieger lieferten Video-Botschaften. Auf der Bühne standen die Wiener Austria als Frauen-Manschaft der Saison, zwei Tage vor dem Champions League-Debüt gegen Chelsea, der zum besten Zweitliga-Spieler gewählte deutsche Legionär Marc Stendera von St. Pölten, die Sturm-Legende Ivica Vastic, der den Legenden-Preis, den „Bruno“ aller bisherigen Bruno-Gewinner erhielt, was das Herz der Grazer Moderatorin Bellowitsch höher schlagen ließ, und Hermann Stadler mit drei U17-Vizeweltmeistern, mit Tormann Paul Pius Scharner, Florian Hofmann und Nicolas Jozepovic.  Die U 17 erhielt den Ehrenpreis, es gab Standing Ovations, als Stadler und die Spieler auf die Bühne kamen (Bild). Das war das emotionale Highlight des Abends. Speziell die Laudatio von ÖFB-Nachwuchschef Sebastian Prödl, der die jahrelangen Verdienste von Stadler schon vor dem Einzug ins WM-Finale hervorhob. Er hatte auch andere Spieler unter seinen Fittichen, die zu Teamstützen heranwuchsen. Etwa David Alaba. Dessen Vater George verriet, dass David derzeit wieder in Madrid ist, nächste Woche seinen neuen Klub verraten wird. Alabas 118. Länderspiel sollte nichts im Wege stehen. Entweder im November oder im März 2027.

Foto: VdF/PhotobyHofer.

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