Was passiert, wenn die Austria samstagabends in Ried die sechste Niederlage in neun Runden kassiert? Wird dann Sportchef Tomas Zorn erneut dem von ihm geschätzten Trainer Stephan Helm den Rücken stärken wie letzten Sonntag nach der dritten Niederlage im vierten Heimspiel, dem 0:2 gegen Sturm? Insider prophezeien: Wenn Zorn vom Trainer abrücken sollte, dann holt er sicher einen Trainer seiner Wahl, von dem er überzeugt ist. Und wird nicht auf Vorschläge von Präsident Kurt Gollowitzer oder Finanzvorstand Harald Zagiczek hören. Es liegt jetzt an der Austria, die Spekulationen zu beenden. Wenn beim Fünften Ried, der vier Punkte mehr als die Violetten hat, ein Sieg gelingt. So wie in den letzten fünf Duellen. Allerdings holten die Innviertler aus ihren ersten vier Heimspielen sieben Punkte. Das sind fünf mehr als in der letzten Saison.
Helm sah die Leistung gegen Sturm nicht so schlecht wie seine Kritiker: „Wir sind kompakter aufgetreten als in Spielen zuvor, weil wir die Intensität erhöhten. Wir müssen aber noch konsequenter verteidigen und vorne mehr Durchschlagskraft haben. Ich habe im Training gespürt, dass die Mannschaft darauf brennt, sich für ihre harte Arbeit mit Punkten zu belohnen!“ Wichtig wäre es, sich nicht mit der Tabellensituation zu beschäftigen. Aber Platz zehn ist halt eine Realität. Ebenso die Tatsache, dass mehr Durchschlagskraft mit dem zur Verfügung stehenden Personal eine schwierige Sache wird. Was sicher nicht am Trainer liegt. In Ried droht dazu noch der Ausfall von Abwehrchef Aleksandar Dragovic.
Bei Ried wird der Ex-Austrianer Dejan Radonjic (Bild) sicher besonders motiviert sein: „Es ist immer etwas Besonderes, gegen seinen ehemaligen Verein zu spielen“, behauptet der 21-jährige Innenverteidiger, „die Austria ist in keiner angenehmen Situation. Dort, wo sie jetzt steht, ist sicher nicht ihr Anspruch!“ Anspruch für den LASK, Österreichs Mannschaft des Jahres, wird es Samstag sein, nach nur einem Punkt aus den letzten drei Runden auswärts den Aufsteiger Austria Lustenau zu bezwingen. Was zwischen zwei Champions-League-Runden nicht einfach sein wird.
Foto: SV Ried/Stüber.