Fußball

Alajbegovic ist die Ausnahme: Salzburgs Problem heißt Racing Straßburg

Winterkönig Red Bull Salzburg erzielte in den bisherigen 17 Runden die meisten Tore (36), gab die meisten Schüsse ab (265), hatte den meisten Ballbesitz (60 Prozent) – dennoch sind die Salzburger mit nur neun Siegen und 32 Punkten (Schnitt 1,87) der schwächste Winterkönig seit 20 Jahren.  Salzburg hat nicht mehr die Stärke und Dominanz  früherer Zeiten. Weil nicht mehr Toptalent wie früher Erling Haaland, Naby Keita oder Dayot Upamecano nach Salzburg kommen. Der Hauptgrund heißt Racing Straßburg. Der Tabellenführer der Conference League und Siebenter der Ligue 1 wird als „stärkster Kindergarten Europas“ bezeichnet, seit Todd Boehly, der amerikanische Besitzer von Chelsea, mit einem BlueCo-Konsortium auch den Klub aus dem Elsass übernahm. Geld spielt keine Rolle, die Ligue  ist attraktiver als Österreichs Bundesliga.   In den letzten zwei Jahren wanderten 15 Spieler zwischen  Chelsea und Straßburg hin und her. Toptalente wie der 20 jöhrige Mamadou Sarr aus Senegal und der ein Jahr ältere Argentinier Valentin Barco haben bereits einen Marktwert von je 25 Millionen Euro. Der einzige Salzburger, der an diese Kategorie herankommt, ist der 18 jährige  Kerim Alajbegovic, dessen Doppelpack Salzburg Sonnta zum Winterkönig machte- Auf den Bosnier hat allerdings Leverkusen ein Rückkaufrecht.

Salzburg hat noch eine aktuelle Baustelle: Ein Sportdirektor muss engagiert werden. Laut Geschäftsführer Stephan Reter gibt es aber deshalb keinen großartigen Stress. Man suche einen, der mit Überzeugung und Leidenschaft nach Salzburg kommt. Beim letzten, dem Deutsche Rouven Schröder, war dies erwiesenermaßen nicht der Fall. Andere Klubs haben größere Baustellen als Salzburg. Sturm Graz muss die Frage lösen, ob es mit Trainer Jürgen Säumel und Michael Parensen weiter geht oder einer von ihnen, vielleicht sogar beie keine Zukunft haben. Ex-Sportchef Andreas Schicker, der Baumeister des Sturm-Höhenflugs, lobte bei Talk und Tore von „Sky“  Säumel als guten Trainer, den noch er geholt habe, bezeichnete Parensen als „guter Typ“, vielleicht sei die Tatsache, dass Säumel bereits Trainer war, als Parensen kam, ein Grund für die Differenzen: „Derzeit merkt man, dass etwas dazwischen ist!“ Schickers Plädoyer für Säumel wirkt jedenfalls viel kompententer als die aktuelle Versuche, bei Rapid Stefan Kulovits von der Interims- zur Dauerlösung zu machen.

Foto: Red Bull Salzburg(Michael Meindl.

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