Fußball

So wird Rapid nicht unter die ersten sechs kommen! Weimann war Lichtblick

Die positive Serie des LASK geht weiter: Das 1:0 (1:0) gegen WSG Tirol war inklusive Cup das elfte Spiel ohne Niederlage nach der Rückkehr von Didi Kühbauer. Durch das Kopftor von Samuel Adeniran nach Flanke von Sasa Kalajdzic holten die Linzer punkmäßig Tabellenführer Red Bull Salzburg ein. Prolongiert wurde aber auch die negative Serie im Westen von Wien:  Das 1:1 (0:1) gegen Hartberg vor 16.690 Zuschauern bedeutete das elfte Spiel Rapids ohne Sieg. Von den letzten sechs Heimspielen konnte nur eines gewonnen werden. Wer Samstag eine Steigerung gegenüber dem 0:3 von Ried erkannte, der hat nur bescheidene Ansprüche. Solche Leistungen werden zu wenig sein, um in die Meisterrunde zu kommen. Hartberg blieb vor Rapid, hat zudem in den letzten vier Runden die leichtere Auslosung.

Das von Trainer Hoff Thorup quasi als „Evangelium“ angekündigte 4-3-3-System war schon im zweiten Bewerbspiel seiner Ära nicht mehr zu sehen. Er setzte auf drei Innenverteidiger (Nenad Cvetkovic, Serge Raux Yao, Kouadio Ahoussou, ein Vierermittelfeld, davor Matthias Seidl und zwei Spitzen. Eine davon war Rückkehrer Andreas Weimann (Bild), der zugab, nicht einmal alle Namen der Mitspieler gekannt zu haben. Er war im Vergleich zu Ried-Pleite einer von vier Neuen unter den ersten elf. Anders als eine Woche davor begannen auch Ahoussou, Lukas Grgic und Nikolaus Wurmbrand. Janis Antiste und Marco Tilo, in Ried noch erste Wahl, gehörten gegen Hartberg gar nicht zum Kader. Die Umstellungen konnten aber nichts Entscheidendes bewirken – Rapid bleibt in der Krise.

Die ersten 72 Minuten von Weimann in Österreichs Bundesliga gehörten nicht zu den wenigen Lichtblicken. Er erfuhr drei Stunden vor Anpfiff, dass er beginnen wird, war viel in Bewegung, bot sich oft als Anspielstation an, konnte Bälle halten, sorgte mit Direktspiel für etwas Tempo und kam zu den ersten zwei torgefährlichen Szenen Rapids in dem Spiel. Bei der einzigen der ersten Hälfte scheiterte er per Kopf an Hartbergs Torhüterriesen Tom Hülsmann, ebenso bei der zweiten kurz nach der Pause mit links.  Nach 15 Minuten war Weimann erstmals mit Rapid in Rückstand:  Ein Ballverlust von Tobias Gulliksen, der weithin weit von einem Aktivposten entfernt ist, führte zu Hartbergs ersten gefährlichen Konter, bei dem am Rapid-Strafraum mit Elias Havel und Marco Hofmann beide Hartberg-Stürmer frei standen.  Hofmann kam zum Schuss, von der Stange sprang der Ball auf den Rücken von Tormann Niklas Hedl und über die Linie.

Rapid fiel trotz 79 Prozent Ballbesitz bis zur Pause fast nichts ein, Hartberg verteidigte konsequent und diszipliniert. Im Abwehrzentrum unterlief der Rapid-Leihgabe Dominic Vincze zum Unterschied von Rapids Innenverteidigern kein einiger schwerer Fehler. Mit Glück hätte Rapid durch ein Eigentor von Verteidiger Luca Pazourek rasch ausgleichen können, doch VAR Alan Kijas, der letzten Sonntag beim falschen Ausschluss von Wolfsbergs Cheick Diabate gegen Salzburg nicht einschritt, meldete diesmal die Abseitsstellung von Matthias Seidl in dieser Aktion.  Daher musste Rapid bis zur 70. Minute auf den Ausgleich warten. Der gelang Rechtsverteidiger Bendegüz Bolla nach einer Gullliksen-Flanke per Kopf, weil Bollas deutscher Gegenspieler Max Hennig ein „Blackout“ hatte. Thorup vermisste in der ersten Hälfte die Geschwindigkeit, fand die zweite als gut: „Wir müssen eine neue Energie aufbauen!“ Der Austausch von Wurmbrand nach 62 Minuten war nicht nachvollziehbar. Statt ihm feierte das 19 jährige Ghana-Talent Daniel Nunoo sein Debüt in der Bundesliga.

Jahrhundert-Rapidler Hans Krank sprach als Sky-Experte von zwei verlorenen Punkten. Auch für ihn verdient Rapid nicht mehr als das Unentschieden. Das könnte zum Vorstoß auf Platz sechs reichen, wenn Ried am Sonntag in Graz gegen Sturm verliert. Ein etwas pikantes Duell, weil Rieds Trainer Max Senft nach Weihnachten Sturms Angebot ablehnte und lieber im Innviertel blieb. Daher bekam Fabio Ingolitsch den Job beim Meister. Fast peinlich, dass Sturms Sportchef Michael Parensen jetzt „konterte“ und betonte, dass nicht Senft absagte, sondern Sturm.

 

 

Foto: Yigit Oerme.

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