Das erste Teamtraining in Marbella begann Montag mit etwa 15 Minuten Verspätung – wenn es keine größeren Probleme bis zur Weltmeisterschaft gibt, dann läuft die Vorbereitung super. Die Frage vor den ersten WM-Tests gegen Ghana am Freitag und vier Tage später gegen Südkorea im Happel-Stadion, dem letzten vor der Nominierung des erweiterten WM-Kaders im Mai, wird heißen: Möchte Ralf Rangnick vor allem seine erste Garnitur, etwa die im Mittelfeld mit Konrad Laimer, Nicolas Seiwald, Xaver Schlager und Marcel Sabitzer forcieren oder nutzt er beide Spiele, um herauszufinden, auf wen er sich im Ernstfall bei Ausfällen verlassen kann? Das gilt für die Neulinge Paul Wanner, der am Wochenende bei PSV Eindhoven nicht zum Einsatz kam, Carney Chukwuemeka, David Affengruber und Tormann Florian Wiegele, aber auch für den wieder fitten Michael Svoboda oder Werder Bremens Kapitön Marco Friedl als Linksfuß im Abwehrzentrum, falls mit Kapitän David Alaba etwas passiert oder Max Wöber bis zur WM nicht fit wird.
„Luxusprobleme“ hat Rangnick nur in der Awbehr. Etwa bei der Frage, ob er Stefan Posch wie zuletzt als Rechtsverteidiger einsetzt oder doch im Abwehrzentrum wie in diesem Jahr, bisher erfolgreich, bei Mainz. Dann kann der Teamchef zwischen Philipp Mwene oder Alexander Prass als Linksverteidiger wählen. Oder er spielt mit Mwene rechts und Prass links. Er könnte auch Laimer in seiner Bayern-Rolle als Rechts- oder Linksverteidiger bringen. Alaba saß zuletzt bei Real Madrid auf der Ersatzbank, das heißt, er müsste einsatzfähig sein. Daher spricht eigentlich nichts gegen sein 112. Länderspiel gegen Ghana oder Südkorea. Man könnte also fast von Qual der Wahl sprechen.
Davon kann aber in der Offensive keine Rede sein. Dort ist nur Christoph Baumgartner gesetzt. In der gleichen Rolle wie bei RB Leipzig, wie Rangnick als „neuneinhalb“ bezeichnete. Also ein zurückgezogener Mittelstürmer. Kein Teamspieler hat in dieser Saison bei seinem Klub mehr Tore geschossen als Baumgartner. Aber wer wird sein Partner? Michael Gregoritsch, Marko Arnautovic oder Sasa Kalajdzic? Gregoritsch müsste durch ein Tor gegen Bosnien, das Österreich zur WM brachte, einen kleinen Bonus haben. Offiziell präsentiert wurde Montag das neue weiße „Auswärttrikot“ für die WM (Bild), das letzte Woche bereits geleakt wurde. Laut Ausrüster Puma verbindet es die feinsinnige Kaffeehauskultur des Landes mit geschwungenen goldenen Linien in ein sportliches Design: geschaffen für die großen Auftritte.
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