Bei Wolfsberg, dem Vorletzten der Qualifikationsgruppe, kam es nicht zum Trainerwechsel nach nur einem Sieg in den letzten zwölf Spielen. Doch Präsident Dietmar Riegler hielt an seinem Vorsatz, die Saison mit dem Deutschen Ismail Atalan durchzuziehen, offenbar fest. Zumindest bis zum nächsten Spiel am Innsbrucker Tivoli wegen WSG Tirol. Hingegen tauschte der Dritte der zweiten Liga, Admira/Wacker, den Trainer. Ersetzte überraschend Thomas Silberberger durch U 19-Trainer Harald Suchard, der von 1997- 2005 Admira-Spieler, schon von 2009-2017 Nachwuchstrainer war, ehe er vier Jahre lang bis 2023 die Young Violets der Austria trainierte. In dieser Zeit arbeitete er bereits mit Ralf Muhr, jetzt Sportchef der Admira, zusammen. Muhr stand sicher nicht hinter dem Trainerbeben in der Südstadt. Sondern Präsident Christian Tschida.
Die wirtschaftlichen Probleme der Admira ohne Sponsor Flyer Alarm sind kein Geheimnis. Admira braucht aus finanziellen Gründen dringend und alternativlos den Aufstieg, daher verlor der Präsident offenbar die Nerven. Zwei Niederlagen in fünf Spielen dieses Jahres, eine in Wels und zuletzt Freitag 0:3 in der Südstadt gegen Rapid II, ließen ihm offenbar die Hoffnung verlieren, dass mit Silberger das Saisonziel erreicht wird. Zumal letzte Saison im Finish das Duell gegen Ried um das Comeback in der Bundesliga verloren wurde. So dauerte die Südstadt-Ära des 52 jährigen Silberberger, der vor zwei Jahren verpflichtet wurde, als Peter Stöger Admiras Sportchef war, nur 57 Spiele, von denen er 32 gewann und zwölf verlor. Einen besseren Punkteschnitt als Silberberger mit 1,91 hatte von allen Admira-Trainern nur Walter Schachner. Bei WSG Tirol war Silberger unfassbare elf Jahre im Amt, führte den Klub aus Wattens von der Regionalliga bis in die Bundesliga und in die Meistergruppe. Jetzt gab es die erste vorzeitige Trennung in seiner Trainerkarriere.
Seine Tätigkeit als „Sky“-Experte zu kritisieren, ist lächerlich. Erstens stand die schon fest, als er zur Admira kam. Und zweitens litt der Job bei Admira sicher nicht darunter, dass er meist einen Tag nach einem Admira-Spiel im Sky-Studio etwas zur Bundesliga sagte. Im Winter verlangte Admira von Blau Weiß Linz eine Ablöse, als Silbergeer dort Trainer werden sollte. Wer den gewissenhaften Silberberger, der offiziell selbst den Rücktritt anbot, kennt, weiß, dass er den Trainingsplan garantiert nicht nach Sky-Terminen ausrichtete. Admira hat sicher nicht den besten Kader der Liga, liegt zwei Punkte hinter Tabellenführer Austria Lustenau auf Platz drei, womit für die letzten sieben Runden alles offen ist. Premiere für Suchard ist am 3. April in Vorarlberg mit dem Duell gegen Lustenau um Platz eins. Admira hofft auf den Trainereffekt.
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