Am letzten Tag der Transferzeit in Englands Premier League ging es auch um zwei österreichische Innenverteidiger: Kevin Danso übersiedelt auf eigenen Wunsch von Tottenham vorerst auf Leihbasis zu Sunderland, David Affengruber wollte vom bisher sieglosen spanischen Aufsteiger Elche zum Londoner Traditionsklub Fulham wechseln. Dann würde er bei einem spanischen Trainer landen: Bei Alvaro Arbeloa, der von Jänner bis Juni Interimstrainer von Real Madrid war. Offensivspieler Cesar Palacios hat auch eine Real-Vergangenheit. Weitere bekannte Namen sind der deutsche Tormann Bernd Leno und der norwegische Teamstürmer Oscar Bobb, der im Juli um 31 Millionen Euro von Manchester City geholt wurde. Fulham bezog in den ersten zwei Runden zwei Niederlagen: Daheim in Craven Cottage 2:3 gegen Chelsea, letzten Sonntag beim neuen Danso-Klub Sunderland 0:1.
Sunderland verlor vor dem Sieg gegen Fulham bei Aufsteiger Ipswich. Der Klub aus der 400 Kilometer von London entfernten Hafenstadt im Nordosten Englands gehört dem erst 29-jährigen Schweizer Unternehmer Kyril-Louis Dreyfuss, wurde letzte Saison als Aufsteiger Siebter, spielt daher in der Europa League. Mit Danso hat Sunderland Legionäre aus nicht weniger als 17 Ländern. Aus Schweden, Holland (der ehemalige Ajax-Stürmer Brian Brobbey), Paraguay, Frankreich, Belgien, Mosambik, Kongo, Irland, Senegal, der Schweiz, Ecuador, der Elfenbeinküste, Haiti, Portugal, Marokko, der Ukraine und Österreich. Das Um und Auf der Mannschaft ist der 33-jährige Schweizer Teamkapitän Granit Xhaka. Trainer ist der 50-jährige Franzose Regis Le Bris, der den Klub vor zwei Jahren übernahm und in die Premier League brachte. Die Leihgebühr für Danso beträgt drei Millionen, bei Klassenerhalt hat Sunderland eine Kaufpflicht um 26 Millionen Euro. Dann erhält Danso einen Vierjahresvertrag. Mit ihm, Affengruber, Michael Svoboda (Brighton) und Jannik Schuster (Brentford) gibt es vier österreichische Innenverteidiger in der teuersten Liga der Welt, der fünfte Österreicher ist Mittelfeldspieler Xaver Schlager bei Nottingham, dem Klub von Oliver Glasner.
Im Mittelpunkt des „Finales“ der Transferzeit stand ein Rekordtransfer: Manchester City machte 145 Millionen locker, um den argentinischen Weltmeister Enzo Fernandez von Chelsea zu bekommen. Der 25-jährige war der deklarierte Wunschspieler von Pep Guardiolas Nachfolger Enzo Maresca. Der gewann in seiner Chelsea-Ära mit Fernandez letztes Jahr die Klub-WM.
Foto: Sunderland AFC.