Gegen den GAK geht es für Rapid Sonntagabend in Hütteldorf um den saisonübergreifend neunten Sieg hintereinander. Davor gibt es aber intern noch zwei Aufreger: Um Abwehrchef Nenad Cvetkovic und den Salzburger Referee Arnes Talic, der auf Grund seiner Leistung in der letzten Runde bei Austrias 0:2 gegen den LASK eigentlich eine Pause verdient hätte. Nicht so sehr wegen des aberkannten Abseitstores, sondern wegen vieler anderer Fehlentscheidungen. Der Bericht über ihn vom Beobachter kann nicht gut ausgefallen sein. Aber Schiedsrichterchef Viktor Kassai besetzt ihn trotzdem wieder. Bei Rapid-GAK hat Talic mit Alan Kijas einen anderen VAR als letzte Runde (Jakob Semler). Apropos VAR: Den in der letzten Saison noch üblichen wöchentlichen VAR-Report zu allen VAR-Entscheidungen gibt es nicht mehr. Daher kein Kommentar zum annullierten Austria-Tor gegen den LASK und zum zurückgenommenen Elfmeter für WSG Tirol in Altach.
Der Aufreger um Cvetrkovic kommt aus der Türkei: Samsunspor, letzte Saison Siebenter der SüperLig will den 30-jährigen Serben verpflichten. Cvetkovic kam vor drei Jahren vom israelischen Zweitligisten Ashdod um 900.000 Euro nach Wien, sein Vertrag läuft noch zwei Jahre. Von Samsunspor kam vor eineinhalb Jahren Ercan Kara zurück nach Hütteldorf. Zunächst auf Leihbasis, dann wurde er um 350.000 Euro fix erworben. Dem Vernehmen nach soll Rapid zu Gesprächen bereit sein, zu verhandeln, wenn es eine Millionenablöse gibt. Trainer bei Samsunspor ist seit sechs Monaten einer, der eine Österreich-Vergangenheit ab: Der Deutsche Thorsten Fink war von 2015 bis 2018 Trainer bei Austria Wien, seine 130 Spiele hat seither kein Austria-Trainer erreicht.
Bei Red Bull Salzburg und Sturm Graz tat sich transfermäßig etwas: Salzburgs Sportchef Marcus Mann gelang es, leihweise einen neuen Mittelfeldspieler zu holen und den Kader zu verkleinern. Von Hoffenheim kam auf Leihbasis der 21-jährige Umut Tohumcu. Der Deutsch-Türkei feierte im Mai 2022 sein Bundesligadebüt. kam seither auf 56 Einsätze in Bundesliga, Pokal und Europa League. Im Frühjahr war er an Zweitligist Holstein Kiel verliehen. Mamady Diambou, zuletzt an Luzern verliehen, wurde nach Frankreich an Stade Brest verkauft, Linksverteidiger Aleksa Terzic an Frosinone, den Aufsteiger in Italiens Serie A, der vor wenigen Tagen die Österreicher Romano Schmid und Florian Grillitsch engagierte. Salzburg kaufte vor drei Jahren den serbischen Teamverteidiger Terzic von Fiorentina um 5,65 Millionen, jetzt betrug die Ablöse um 3, 15 Millionen weniger. Salzburg bekam zweieinhalb. Sturm Graz verkaufte den im Winter von Fortuna Sittard um 900.000 Euro geholten Mittelfeldspieler Ryan Fosso nach Belgien an Standard Lüttich, bekam für den Kamerun-Legionär um 100.000 Euro mehr.
Sturm soll auch an einem Eklat bei Altach beteiligt sein: Offensivspieler Yann Massombo verweigerte die Fahrt zum Auswärtsspiel gegen die Grazer. Der Grund für den Streik des Franzosen: Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch will seinen ehemaligen Schützling von seinem Ex-Klub nach Graz locken, Altach verweigert die Freigabe. Der Vertrag von Massombo läuft noch ein Jahr. Auch wenn Sturm betont, sicher keinen Spieler zu animieren, zu streiken, macht das keinen guten Eindruck, ist das sicher nicht die feine englische Art.
Foto: Yigit Örme.