Meister LASK bleibt auf Erfolgskurs. Im Oberösterreich-Derby gegen Ried gab es vor 14.500 Zuschauern mit 4:1 (3:1) saisonübergreifend den siebenten Bundesligasieg hintereinander, vier Siege zu Saisonbeginn gelangen den Linzern zuletzt in der Saison 2019/20. Der Titelverteidiger geht damit am Mittwoch in Glasgow als Tabellenführer ins Play-off der Qualifikation zur Champions League gegen Schottlands Meister Celtic. Für Trainer Didi Kühbauer stand bei aller Zufriedenheit über drei Punkte außer Diskussion, dass der klare Sieg gegen Ried keinen Maßstab bedeutet: „Wir müssen sicher mehr leisten, eine bessere Leistung bringen!“
Vor allem sollten sich die Linzer im Celtic-Park keinen so „verschlafenen Start“ erlauben. Mit Melayro Bogarde und Moses Usor statt Krzystof Danek und Christoph Lang gab es zwei Umstellungen. Ein Fehlpass von Bogarde beim Spielaufbau sorgte für Rieds Führung: Ein verunglückter Schuss von Rieds Mittelfeldmotor Stefan Schwab wurde zur perfekten Vorlage zum ersten Bundesligator von Rieds Debütanten Pape Sissoko. Nach acht Minuten führte Ried, allerdings nur 84 Sekunden: Ein verunglückter Abschlag von Rieds Tormann Andreas Leitner leitete den Ausgleich durch Samuel Adeniran ein. Nach 27 Minuten stand es 3:1, womit klar war, dass es nach sechs erfolglosen Anläufen wieder einen LASK-Sieg in der Bundesliga gegen Ried geben wird. Letzte Saison gab es vor Kühbauers Rückkehr eine Heimpleite. Usor und wiederum Adeniran waren die Torschützen, Rieds Rückkehr zur Fünferabwehr mit drei Innenverteidigern führte nicht zu mehr Stabilität.
Zur Pause ersetzte Kühbauer als Vorsichtsmaßnahme den angeschlagenen Kapitän Sascha Horvath durch Routinier Alessandro Schöpf, ebenso nach 56 Minuten Adeniran durch Christoph Lang. Der Joker erzielte kurz darauf das 4:1. Den Spielfluß hemmte dann die bei diesem Spielstand völlig unnötige, aber korrekte rote Karte für Robert Ljubicic. Der LASK scheint für den Gang nach Glasgow gerüstet. So sah es auch Sasa Kalajdzic, der vor Anpfiff offiziell verabschiedet wurde. Er umarmte jeden Spieler, mit dem er im Vorjahr gemeinsam das Double holte, konnte aber zu seiner Zukunft nichts sagen. Es laufen Gespräche: „Ich möchte wieder in Sphären kommen, in die ich hingehöre“, sagte Kalajdzic im Sky-Interview. Das heißt: in eine bessere Liga als die österreichische. Aber ganz wollte er die Tür zu einer Rückkehr nach Linz auch nicht zumachen. Weil die letzte Saison mit dem LASK so erfolgreich war und er dadurch auch bei der WM spielte.
Foto: Yigit Oerme.