Fußball

Arsenals beste Saison aller Zeiten oder Titelverteidigung von Paris

Wenn Arsenal auf den ersten englischen Meistertitel seit 22 Jahren Samstag in der Puskas-Arena von Budapest gegen Titelverteidiger Paris St. Germain den ersten Triumph in der Champions League schafft, dann ist das die beste Saison aller Zeiten der „Gunners“. Denn international liegt der letzte Arsenal-Titel schon 56 Jahre zurück. Bis 1970, als Arsenal das Finale im damaligen Messestädte-Pokal gewann. Paris St. Germain steht mit seinen Stars Ousmane Dembele, dem Georgier Kvichi Kvaratskhelia (Bild), Desiree Doue oder Vitinha für Spektakel, dennoch wird das Finale eher vom Verteidigen geprägt sein. Es wird garantiert kein 5:4 wie im ersten Semifinale zwischen Paris und Bayern München. Arsenal ist ganz stark im Verteidigen, spielt den auf viel Ballbesitz ausgelegten Pep-Guardiola-Fußball, den Trainer Mikel Arteta unter ihm bei Manchester City gelernt hat. Arsenals Schlüsselfigurensind Kapitän Martin Ödegaard und Declan Rice im Mittelfeld, die beiden Innenverteidiger William Saliba und Gabriel. Torhüter David Raya hat sicher mehr Qualität als der Russe Matvei Safionov. Kai Havertz, der deutsche Stürmer, kam nach Verletzungen rechtzeitig in Form. Der Druck für Arsenal wurde mit dem Meistertitel geringer. Jetzt heißt es nicht mehr, Arsenal muss das Finale gewinnen, um die Saison nicht zum Fiasko werden zu lassen. Der Hunger auf den ersten Triumph in der Champions League könnte bei Arsenals Spielern sogar noch etwas größer seinals der bei Paris auf die Titelverteidigung.
Letztes Jahr fertigte Paris im Münchener Endspiel Inter Mailand 5:0 ab, Kvaratskhelia lieferte damals eine Gala ab. Am Weg ins zweite Endspiel kam der 49-malige Nationalspieler auf 16 Torbeteiligungen in 15 Einsätzen. Etwa mit der perfekten Vorlage zum Führungstor im Rückspiel gegen Bayern. Er hat zudem ein feines Gespür dafür, wie er die Mitspieler unterstützen kann. Trumpft Kvaratskhelia auch in Budapest groß auf,  dann sehen ihn viele als heißen Kandidaten für den „Ballon d´Or“, den Titel des Weltfußballers. Er wäre der erste, der aus Georgien kommt.
Das Budapester Finale ist in Österreich bei Canal+ und Sky Austria zu sehen. Canal+ hat in der Puskas-Arena einen Frankreich-Kenner als Experten vor Ort: Adi Hütter weiß aus seiner Zeit als erfolgreicher Trainer des AS Monaco so ziemlich alles über den Titelverteidiger. Eine französische Arsenal-Legende ist für den US-Sender CBS im Einsatz: Für den inzwischen 48 jährigen Thierry Henry kann alles andere als entspannt sein, weil er ein Fan ist: „Wir haben den Titel noch nie gewonnen. Die Mannschaften hat die Chance, als die Unvergesslichen in die Geschichte einzugehen!“

Foto: UEFA.

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