Fußball

Intelligent und gnadenlos: Der Alleinherrscher des LASK fast am Ziel

Seit 13 Jahren, als der LASK noch in der Regionalliga Mitte spielte, gehört der 52 jährige Wirtschaftstreuhänder Siegmund Gruber zur Führungsgarnitur der Linzer. Er war gemeinsam mit Jürgen Werner federführend bei den Freunden des LASK, die den kriselnden Traditionsklub 2013 von Langzeit-Präsident Peter Michael übernahmen. Zwei Jahre später stieß auch der Industrielle Manfred Zauner dazu. Gemeinsam und mit Oliver Glasner als Trainer brachten sie den LASK in die Bundesliga zurück und in den Europacup. Gruber widmete sich vor allem dem Jahrhundertprojekt, dem Neubau des Linzer Stadions. Im Laufe der Jahre „befreite“ sich Gruber im Zuge des Stadionbaus von Zauner, danach auch von Werner.  Damit ist er Alleinherrscher und fast am Ziel seiner Wünsche: Ein modernes Stadion und sportlich fast am Ziel, die Nummer eins in Österrich.

Von 2013 bis 2016 war Gruber Vizepräsident, danach sieben Jahre Präsident, seit 2023 ist er bezahlter CEO, alleinvertretungsberechtigt für drei Betriebe in Zusammenhang mit dem LASK und der Arena. Streitbar war er auch im Laufe der Jahre, wie zahlreiche Prozesse, die er führte, mitunter auch gegen Journalisten, die nicht so schrieben, wie er es wollte, zeigten. Beim LASK geschieht nichts mehr ohne seine Zustimmung. Nur  bei der Aufstellung der Mannschaft hält er sich zurück – zumindest wenn der Trainer Didi Kühbauer heißt. Gruber ist intelligent und gnadenlos zugleich, wenn es um Vorteile für den Klub und für sich geht. Aber auch Handschlagqualität wird ihm nachgesagt.  Gruber gilt als hervorragender Netzwerker, er hat beste Kontakte zu Politik bis zum Landeshauptmann und in die Wirtschaft. Raiffeisen ist fest mit im Boot.

Dass Gruber „gnadenlos“ war, zeigt auch die Anzahl der Trainer in den sieben Jahren seit dem Wechsel von Glasner in die deutsche Bundesliga zu Wolfsburg. Nicht weniger  als neun sind es bis heute: Zunächst Valerien Ismael, dann war es der erfolgreiche Damen-Teamchef Dominik Thalhammer, der 14 Monate zugleich auch Sportchef war, dann kamen Andreas Wieland für acht Monate, Thomas Sageder für eines mehr, Thomas Darazs nur für fünf,  Markus Schopp durfte sieben Monate im Amt sein, der Portugiese Joao Sacramento nur zwei. Maximilian Ritscher war zweimal die Interimslösung, Didi Kühbauer zweimal Trainer. Gruber sprang über seinen eigenen Schatten, als er Kühbauer zurückholte. Wie es aussieht, wird er es nicht bereuen. Nach Werner war Radovan Vujanovic zwei Jahre bis 2023 Sportchef, auf ihn folgte der 34 jährige Dino Buric, der zuvor dreieinhalb Jahre sportlicher Koordinator war. Aber die Letztentscheidung bei Transfers liegt bei Gruber. Da waren auch Fehler dabei wie beim deutschen Weltmeister Jerome Boateng am Ende seiner Karriere, den sich Gruber einbildete. Aber es geb mehr richtige und  sehr gute Entscheidungen. Zuletzt mit Sasa Kalajdzic. Jetzt ist Alleinherrscher Grzber fast am sportlichen Ziel. Aber selbst am Double könnte er etwas auszusetzen haben. Die „Landstrassler“-Fans haben ihre Proteste gegen Aleinherrscher eingestellt. Gruber war zu Regionligazeiten des LASK selbst einer von ihnen.

Foto: LASK.

7

Meist gelesen

Nach oben