Es klingt nach dem alles andere als guten Saisonstart der Wiener Austria fast unglaubwürdig, dass unter Trainer Stephan Helm letzte Saison keine Niederlage gegen Meister Sturm Graz gab. In vier Spielen der Bundesliga und dazu im Viertelfinale des Uniqa-Cups. Die letzte Niederlage gab es in der ersten Runde der Saison 2023/24 mit 0:3 im Heimspiel. Von den damaligen Verlierern werden Sonntag in Graz nur Kapitän Manfred Fischer und Reinhold Ranftl beginnen. Zwei wichtige Sturm-Stützen, die damals dabei waren, könnten hingegen ausfallen: Bei Kapitän Ion Gorenc Stankovic und Otar Kiteishvili wird es nach dem vor zwei Wochen beim 3:0-Derbysieg erlittenen Verletzungen ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Sturm-Torschützen vom letzten Sieg gegen Austria sind nicht mehr beim Klub. Das waren Yusuf Gazibegovic, der Pole Szymon Wlodarczyk und Innenverteidiger David Affengruber, der in Spanien La Liga mit Aufsteiger Elche auch in der vierten Runde ungeschlagen blieb (2:2 beim FC Sevilla).
Beim letzten Sturm-Sieg gegen Violett bereitete Manprit Sarkaria zwei Tore vor. Jetzt trägt er nach einem kurzen China-Gastspiel wie zu Beginn der Karriere wieder den Austria-Dress. Und zählt zu den drei guten Optionen, von denen Helm (Bild) spricht, die er nach dem Wechsel von Maurice Malone zu Sturm hat, wer neben Johannes Eggestein im Angriff beginnt. Die anderen Kandidaten sind Marco Raguz und der von Vienna gekommene Kelvin Boateng. Beide hatten in dieser Saison noch keinen Einsatz, das spricht für die Variante mit Sarkaria. Seine Leistungen seit der Rückkehr sind aber eher keine Empfehlung, dass er die beste Lösung wäre. Wieder erste Wahl werden wie beim bisher einzigen Sieg, dem 1:0 gegen Altach, die 19 jährigen Youngsters Sanel Saljic und Dejan Radonjc sein. Saljic in der Rolle von Dominik Fitz, Radonjic im Abwehrzentrum. Schliesslich erzielte er nach einem Eckball von Saljic auch das Siegestor gegen Altach.
Ob Malone gegen seinen Ex-Klub erste Wahl bei Sturms Trainer Jürgen Säumel sein wird? Seedy Jatta, der Doppeltorschütze vom Derby, ist im Angriff gesetzt. Bleibt die Wahl zwischen Leon Grgic, der letzte Woche erstmals in Kroatiens U 21-Team spielte, und Malone. Sturm möchte vor den eignen Fans endlich wieder die Austria schlagen, das würde auch der Papierform entsprechen. Fragt sich, was eine Niederlage bei der Austria auslösen würde. Wieder Diskussionen um Trainer Christoph Helm, der das Duell gegen den Meister als eine der größten Herausforderungen in der Liga bezeichnet? Das nächste Auswärtsspiel ist das Wiener Derby in Hütteldorf. Der nach dem Rücktritt von Jürgen Werner einzig verbliebene Vorstand, Harald Zagiczek, wäre gute beraten, anders als nach dem Sieg gegen Altach keine Stelllung zur sportlichen Lage zu beziehen. Auch wenn es ihm aufgrund seiner Austria-Verbundenheit schwerfällt. Die Austria hat für diese Belange auch ohne Werner noch einen anderen: Sportdirektor Manuel Ortlechner.
Aufsteiger Ried empfängt nach drei Siegen in den Oberösterreich-Derbys (gegen Blau Weiß Linz, Gurten im Cup und den LASK) Hartberg. Hat Probleme durch eine Corona-Welle. Mitunter waren letzte Woche nur elf Feldspieler beim Training. Daher wird aus dem Kader bis zur Bekanntgab der Aufstellung ein „Geheimnis“ gemacht. Hartberg muss bis November auf den am Rücken verletzten Australier Jed Drew verzichten.
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