Vier Tage vor Weihnachten verkündete der Wirtschafts-Geschäftsführer von Austria Klagenfurt, Peer Jäkel (Bild), sozusagen die frohe Botschaft, wonach die Violetten aus Kärntens Landeshauptstadt in der laufenden Saison erstmals mit einem positiven Abschuss rechnen dürfen. Das wiederholte er am 7. Februar, als die Wirtschaftszahlen für letzte Saison offiziell wurden. Trotz steigender Einnahmen auf Rekordhöhe ein Minus von 2,7 Millionen Euro. Bis 3. März müssen die zwölf Bundesligaklubs die Unterlagen für die Lizenzierung einreiche, 20 Tage später gibt es dann die mündliche Anhörung durch die Liga. Bis dahin hat Klagenfurt noch Zeit, die Schuldenlast zu reduzieren. Ob das gelingt? Das scheint aktuell schwerer zu sein als den Klassenerhalt zu schaffen.
Derzeit hört man von ausstehenden Gehaltszahlungen, unter anderem auch an Spieler und deren Berater. Einer ging bereits zu Gericht. Es gibt einen Rechtsanwalt, der Exekutionstitel gegen den Klub auf dem Schreibtisch liegen hat, ihn also pfänden lassen könnte. Die Bundesliga steht in regem Austausch mit Klagenfurt. Der für die Lizenzierung zuständige Vorstand Alex Schwärzler war bei den bisherigen zwei Spielen von Austria in diesem Jahr. Beim 0:0 gegen Red Bull Salzburg offiziell, um Routinier Christopher Wernitznig für 400 Bundesligaspiele zu ehren. Dort gab es keine Gelegenheit, entweder mit Zeljko Karajica, einem der Gesellschafter oder Finanziers von Austria Klagenfurt, oder mit Jäkel zu reden, weil sie nicht beim Spiel waren. Ob Schwärzler deshalb auch Sonntag nach Hartberg kam? Auch dort war weder von Karajica noch von Jäkel etwas zu sehen. Der Smalltalk mit Sportvorstand Günther Gorenzel hilft nicht. Denn er hat mit wirtschaftlichen Angelegenheiten nichts zu tun. Die Liga spricht von einem „normalen Austausch“ mit dem Klub.
Klagenfurt-Insider behaupten, dass die Gebrüder Karajica lieber heute die Anteile ihres Unternehmens SEH Sports an der Austria verkaufen würden. Nur schrecken die hohen Millionenforderungen die Interessenten bisher ab. Ein angespanntes Szenario am Wörthersee. Beachtlich, wie Trainer Peter Pacult die Mannschaft heuer wieder in der Spur hat, dass man ihr Samstag gegen den GAK den ersten Sieg nach sieben Runden, seit dem 2:1 im Kärntner Derby gegen Wolfsberg am 3. November, zutrauen kann. Klagenfurt würde ähnliches dringend brauchen, was WSG Tirol-Präsidenten Diana Langes Montag präsentierte: Einen Sponsorvertrag mit Crowd Stroke, dem weltweit größten Anbieter für Cybersicherheitslösungen mit Sitz in den USA.
Foto: Austria Klagenfurt.