Donnerstagabend geht es für Austria um ihre Mini-Chance , das 0:2 gegen Sporting Braga aufzuholen und in die Ligaphase der Conference League zu kommen. Nicht das einzige Ereignis, das Donnerstag für die violette Zukunft seine Wichtigkeit hat. Das zweite ist die angesetzte Sitzung des Aufsichtsrats, bei der es um Finanzvorstand Harald Zagiczek gehen soll. Dessen Vertrag Ende September nach drei Jahren endet, 2023 gab es die große violette Finanzkrise. Ob der Termin hält oder doch verschoben wird? Man kann davon ausgehen, dass sich die Vertreter der violetten Investoren gegen einen neuen Vertrag von Zagiczek aussprechen werden. Die haben derzeit nur drei der ihnen zustehenden vier Sitze im Aufsichtsrat besetzt. Zwei durch Anwalt Peter Vogl, Spezialist für Sportrecht und Ehrenpräsident des SV Ried, und Hanno Egger aus der Führungsebene der Sporteo-Werbung.
Aus wirtschaftlichen Gründen spricht ja nichts gegen einen neuen Vertrag von Zagiczek, den Vertrauten von Präsident Kurt Gollowitzer: Dreimal die Lizenz in erster Instanz geschafft, letzte Saison ein siebenstelliger Gewinn, einen neuen Hauptsponsor gefunden, die Generali-Arena an die Stadt Wien verkauft, der gelungene Schuldenschnitt bei der Bank Austria. Das geht alles großteils auf das Konto des Burgenländers, der schon kein Spiel der Austria versäumte, bevor er im Amt war. Weil er ein so großer Austria-Fan ist. Gegen ihn spricht, dass er auch in sportliche Belange eingreifen wollte. In einem Mail, das an die Öffentlichkeit kam, Trainer Stephan Helm als zu schwach bezeichnete, für Didi Kühbauer plädierte. Dann hätte auf Grund von Kühbauers Rapid-Vergangenheit höchstwahrscheinlich Austrias Fantribüne „gebrannt“. Zagiczek installierte auch Michael Wagner als Sportchef, der inzwischen wieder zurückgetreten ist, weil die Investoren auf den Vertragspassus bestanden, dass sie den Sportvorstand stellen dürfen. Das wurde nach dem Rückzug von Jürgen Werner Tomas Zorn. Daher hatte Wagner nicht die Kompetenzen, die ihm zugesichert wurden,und zog daraus die Konsequenzen. Bisher gelang es der Austria nicht, die Anteile der Investoren der Austria-AG zurückzukaufen. Gollowitzer hatte dies bis Ende Juni für möglich gehalten. War es dann doch nicht.
Ein Vorwurf an Zagiczek ist auch der Verkauf von Unter 17-Weltmeister Ifeany Ndukwe an den FC Liverpool. Zu früh und vor allem zu billig. Das hat sicher etwas für sich. Das Gegenargument: Drei Millionen Euro bekam die Austria vor Ndukwe schon seit Jahren nicht für einen Spieler.
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