Es gab einen österreichischen Sieger beim 0:2 gegen Argentinien: ServusTV jubelte über neue Rekordquoten, im Schnitt 2,1 Millionen Zusehern Ansonsten musste man sich Tag nach der Niederlage gegen den Weltmeister schon etwas darüber wundern, wie alles schön geredet wurde. Nur ein harmloser Freistoß auf Argentiniens Tor, eine Offensivabteilung, weil ja „nur“ der letzte Pass, die letzte Idee nicht funktionierten. War das nicht schon beim 3:1 gegen Jordanien so ähnlich? Da retten ein Eigentor der Jordanier und ein Handelfmeter den Sieg. In einigen Medien bekam kein Spieler der Verlierer eine schlechte Bewertung. Auch das ist etwas seltsam. „Es hätte sich keiner aufregen können, hätten wir einen Punkt mitgenommen“, urteilte Kapitän David Alaba, gab aber auch zu: „Argentinien war immer die gefährlichere Mannschaft!“ Um selbst gefährlich zu werden, fehlt Österreich ein Klassestürmer wie Erling Haaland. Dem Ex-Salzburg-Legionär gelang in seinem zweiten WM-Spiel der zweite Doppelpack. Wie bei 4:1 gegen Irak auch beim 3:2 (1:0) gegen Senegal in New Jersey. Damit ist Norwegen anders als Österreich bereits aufgestiegen. So wie Frankreich mit dem 3:0 (0:0) gegen Irak. Das Spiel in Philadelphia war wegen eines Unwetters zwei Stunden unterbrochen, dann traf Kylian Mbappe so wie gegen Senegal zweimal. Samstag gibt es in Boston das Aufeinandertreffen von Mbappe und Haaland.
Österreichs letzter Gruppengegner Algerien bezwang in San Francisco Jordanien nach 0:1-Pausenrückstand noch 2:1. Beide Tore fielen nach Eckbällen, der Siegestreffer gelang Marseille-Stürmer Amine Goudri in der 82. Minute. Das heißt: Österreich und Algerien sind punktgleich, Österreich wird durch die um einen Treffer bessere Punktedifferenz mit einem Unentschieden Gruppenzweiter und würde dann im Sechzehntelfinale höchstwahrscheinlich auf Spanien treffen. Außer der Europameister verliert sein letztes Gruppenspiel in Guadalajara gegen Uruguay. Am letzten Gruppenspieltag wird es mehrere Konstellationen geben, bei denen Teams genau wissen, welche Ergebnisse zum Aufstieg reichen. Los geht es Mittwochabend, wenn Kanada und die Schweiz in Vancouver den Gruppensieg unter sich ausmachen. Mit einem Unentschieden wären beide unter den letzten 32. Bahnen sich erneut unwürdige WM-Szenen wie 1982 bei der „Schande von Gijon“, dem 1:0 zwischen Deutschland und Österreich, an? Ähnlich ist es zwischen Australien und Paraguay und zwischen Japan und Schweden. Österreich und Algerien ist das letzte Spiel der Gruppenphase. Da wissen beide schon, welches Ergebnis zum Weiterkommen reicht und welche Gegner mit Platz zwei oder drei im Sechzehntelfinale warten.
Für den Dritten könnte es einen leichteren Gegner als für den Zweiten mit Spanien geben. Es bestehen vier Möglichkeiten für den Dritten der Österreich-Gruppe: höchstwahrscheinlich England oder der Sieger aus der Gruppe mit Belgien, Iran und Ägypten oder die USA sowie die Schweiz oder Kanada. Ob Ralf Rangnick taktieren wird oder „nur“ gewinnen will? Gewonnen hat Dienstag Portugal. Beim 5:0 (3:0) gegen Usbekistan in Houston meldete sich der 41-jährige Cristiano Ronaldo zurück: Er erzielte die Tore zum 1:0 und 3:0. brüllte nachher in eine TV-Kamera: „I am back“. Auf Deutsch: „Ich bin zurück!“ Jetzt ist er der erste Spieler, der bei sechs Weltmeisterschaften getroffen hat und alleiniger portugiesischer Rekordtorschütze bei Weltmeisterschaften.
Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.