Noch bevor der LASK Dienstag nach Glasgow zum Hinspiel gegen Schottlands Meister Celtic im Play-off um die Qualifikation zur Ligaphase der Champions League flog, gab es ein Langzeit-Bekenntnis zum Meistermacher. Der Vertrag mit dem 55-jährigen Didi Kühbauer wurde um drei Jahre bis 2029 verlängert. Kühbauer kehrte im Oktober 2025 nach zweieinhalb Jahren zum LASK zurück, die Zusammenarbeit mit Boss Siegmund Gruber muss besser verlaufen als in der Saison 2022/23, nach der Kühbauer trotz Platz drei verabschiedet wurde. Die längste Amtszeit von Kühbauer in seiner Trainerkarriere war die bei der ersten Station, der Admira, mit drei Jahren und zwei Monaten. Gefolgt von der bei Rapid zwischen 2018 und 2021, als es bei einem Monat weniger als in der Südstadt sogar 17 Spiele mehr waren als bei Admira. Bei St. Pölten blieb er nur sechs Monate, weil ihn Rapid aus dem Vertrag herauskaufte. Zweimal wie beim LASK war Kühbauer auch bei Wolfsberg. Von September 2013 bis Oktober 2015, dann von August 2024 bis Oktober 2025, als der Cupsieg gelang. Völlig überraschend stieg er danach aus dem Vertrag aus, weil er in Linz mehr Potential sah.
Gegen Celtic kann Kühbauer mit dem LASK Geschichte schreiben, denn die Linzer kamen bisher noch nie in die Königsklasse. 2019 waren sie in der Ära von Oliver Glasner ebenfalls im Play-off, scheiterten aber knapp am FC Brügge. Mittwoch geht es um eine gute Ausgangsposition für das zweite Duell am kommenden Dienstag in Linz: „Celtic steht über uns. Nur wenn wir an unsere Listungsgrenze kommen, können wir mithalten“, weiß Kühbauer. Das traut er seiner Mannschaft auch zu. Wenn sie sich nicht von der Kulisse beeindrucken lässt. 60.000 Zuschauer werden im ausverkauften Celtic-Park sein. Zehntausend weniger waren es vor drei Jahren an der Anfield Road, als der LASK in der Gruppenphase zur Europa League bei Jürgen Klopps FC Liverpool 0:4 verlor. Vier von der damaligen Startelf sind auch gegen Celtic erste Wahl: Andres Andrade, George Bello, Kapitän Sascha Horvath und Moses Usor. Auch aus anderem Grund wird der Celtic-Park an die Anfield Road erinnern: Auch in Glasgow ertönt die Liverpool-Hymne „you´ll never walk alone“.
Der Kader der Grün-Weißen aus Glasgow hat einen Marktwert von 116,5 Millionen Euro, der von LASK nur einen von 43,9. Neuer Topstar im Kader des 73-jährigen nordirischen Trainers Martin O´Neill ist ein dänischer Stürmer: Der 25-jährige Kasper Högh sorgte letzte Saison in der Champions League mit Norwegens Meister Bodoe Glimt für Furore. Überstand die Ligaphase unter anderem durch Siege über Manchester City und Atletico Madrid, eliminierte im Sechzehntelfinale Inter Mailand, scheiterte im Achtelfinale an Sporting Lissabon erst nach Verlängerung. In zwölf Champioins League-Einsätzen erzielte Högh fünf Tore, Celtic kaufte ihn im Sommer um 12,85 Millionen. Machte letztes Wochenende mit dem belgischen Mittelfeldspieler Arne Engels große Kasse: West Ham zahlte für ihn 25,75 Millionen. Dimensionen, die der LASK nicht kennt.
Foto: Yigit Oerme.