Fußball

Bereit für den Dreikampf: Kalajdzic denkt an sein Tor in Wembley

Jeder ist heiß, jeder brennt. Das sagte Werder Bremens Kapitän Marco Friedl drei Tage vor dem letzten Test vor der WM gegen Tunesien im Happel-Stadion zur Stimmung im Österreichs Camp. Braga-Legionär Florian Grillitsch machte Freitag erstmals das Mannschaftstraining mit, Patrick Wimmer ist noch nicht so weit. Dürfte daher am Montag beim letzten Test vor der Weltmeisterschaft gegen Tunesien im Happel-Stadion kein Thema sein. Bei dem der Dreikampf um eine Position eröffnet wird: Um die der einzigen Sturmspitze im 4-2-3-1 zwischen Michael Gregoritsch, Sasa Kalajdzic und dem wieder einmal erblondeten Rekordschützen Marko Arnautovic. Alle hatten Erfolgserlebnisse: Gregoritsch gilt mit sechs Toren und drei Assists als Aufsteiger des Jahres beim FC Augsburg. Daher soll er noch vor der WM von Bröndby Kopenhagen fix verpflichtet werden. Kalajdzic gewann mit dem LASK das erste Double seit 61 Jahren, trug dazu mit sieben Toren und elf Assits dabei. Arnautovic wurde mit Roter Stern Belgrad ebenfalls Meister und Cupsieger. Das gehört aber in Serbien praktisch zur Tradition. Seit 13. Mai, dem serbischen Cupfinale, pausierte er bereits, erholte sich für die WM-Vorbereitung.
Der Dreikampf dürfte auf ein Duell zwischen Gregoritsch, dessen Tor gegen Bosnien die WM-Qualifikation fixierte, und Kalajdzic hinauslaufen: „Ich hab´durch meine Größe ein anderes Profil als die anderen“ glaubt Zweitmeterriese Kalajdzic, versichert aber zugleich: „Ich werde jede Rolle, die ich bekomme, so akzeptieren, dass es der Mannschaft hilft!“ Da ist Kalajdzic sozusagen seiner Zeit voraus. Er will noch konstanter werden und noch besser als zu seinen stärksten Zeiten beim VfB Stuttgart. Wer ihn darauf anspricht, wo er nächste Saison spielen wird, erfährt nichts. Das hat wenig mit Geheimniskrämerei zu tun, sondern mehr damit, dass er sich voll auf die WM konzentriert. Unter anderem mit Gedanken an sein Tor beim 1:2 im Achtelfinale der Europameisterschaft im Wembley-Stadion, das etwas zu spät kam, um das Ausscheiden gegen den späteren Titelgewinner zu verhindern. Damals war er beim VfB Stuttgart.
In jedem Training an die Grenzen gehen – so heißt sein Plan, um sich bei Rangnick aufzudrängen, bei der Weltmeisterschaft zur ersten Wahl zu avancieren. Vielleicht auch in einer anderen Offensivrolle, gemeinsam mit Christoph Baumgartner hinter dem einzigen Stürmer. Wenn die WM-Mission vorbei ist, bleibt  Zeit genug, um über seine Zukunft, über neue Angebote, nachzudenken. Schalkes österreichischen Trainer Miron Muslic, der noch einen Strafraumstürmer sucht, selbst wenn Bosnien-Ikone Edin Dzeko bleibt, kennt Kalajdzic persönlich nicht. Ein Duo Kalajdzic-Dzeko würde ganz besonders seine Großeltern freuen, die in Bosnien leben. Kalajdzic  hat einen Vertrag bei Wolverhampton bis 2027, was nicht bedeutet, dass er ab August in der Championship, der zweiten englischen Liga, spielen wird.  Ein kleines Indiz dafür: Sein Lokal für Balkanspezialitäten in Birmingham, das seine Gattin führte, hat er bereits vor der Übersiedlung nach Linz im letzten Sommer verkauft.

Foto: Christoph Kelemen/ÖFB.

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