Fußball

Blickpunkt Graz: Sturm verzichtet auf Oermann und Horvat, GAK holt Luxemburger

Obwohl bei einigen Klubs durchaus Handlungsbedarf besteht, wie das Cupviertelfinale am Beispiel von Meister Sturm Graz, Rapid oder Wolfsberg zeigt, deutet wenig darauf hin, dass sich bis zum Ende der Transferzeit der Bundesliga am Freitag noch viel tun wird. Sturm gab Innenverteidiger Tim Oermann bereits ein halbes Jahr vor Ende des Leihvertrags grünes Licht für die Rückkehr zu Bayer Leverkusen, für die es keine Rückholklausel gab. Das lässt darauf schießen, dass Trainer Fabio Ingolitsch bereits nach der zweiten Niederlage im dritten Match seiner Ära draufgekommen ist, welche Spieler die richtigen sind. Das hatte er als Konsequenz des 1:3-Fiaskos in Altach mit nur einem Torschuss in 120 Minuten angekündigt. Erstaunlich, dass der Salzburger rasch zum Rundumschlag ausholte, weil er erkannt haben wollte, dass Sonntag nicht jeder begriffen hat, worum es ging. Das Ende der Titelhoffnungen im Cup bewies einmal mehr, dass der Rückfall von Sturm nicht an Ingolitsch-Vorgänger Jürgen Säumel lag, sondern daran, dass unter Sportchef Michael Parensen der Kader geschwächt wurde. Montag nicht nur um Oermann, sondern auch um Mittelfeldspieler Tomi Horvath. Der Slowene wechselte nach 165 Spielen mit 26 Toren und 37 Assists ein halbes Jahr vor Vertragsende zu Bristol, dem Neunten in der Champions Ship, der zweiten englische Liga und damit zu Ex-Salzburg-Trainer Gerhard Struber. Das bringt Sturm fast eine Million Euro – das zählt für Präsident Christian Jauk. Auch aus Leverkusen kam eine sechsstellige Summe für den Verzicht auf ein halbes Jahr Oermann.

Stadtrivale GAK präsentierte den Nachfolger für den an Lecce abgegeben Mittelfeldspieler Sadik Fofana. Sportchef Tino Wawra fand in der zweiten deutschen Liga den passenden Spieler, der seit November 2021 36 Länderspiele für Luxemburg bestritt: Es ist der 24 jährige Däne Mathias Olesen (Bild), der beim 1. FC Köln ausgebildet wurde, im Frühjahr 2024 in die Schweiz an Yverdon verliehen war, dann zurückkehrte, 2024/25 beim Kölner Aufstieg aus der zweiten Liga dabei war, eher er letzten Sommer ablösefrei nach Fürth wechselte. Dort gehörte er in dieser Saison zehnmal zur Startelf, zweimal wurde er eingewechselt. Wawra glaubt in ihm einen Stabilisator verpflichtet zu haben, der viel Erfahrung in engen Spielen hat. Für Olesen ist der Wechsel vom Letzten der zweiten Liga zum Vorletzten in Österreichs höchster Liga ein „Aufstieg“, der GAK holte ihn vorerst leihweise, hat aber eine Kaufoption. Wawra muss ja zweigleisig planen: Beim Klassenerhalts würde der GAK die Option wohl ziehen. Bei einem Abstieg eher oder fast sicher nicht.

Nicht wirklich ernst nehmen muss man die Gerüchte um Rapid zur Ablenkung von der Krise: um die Rückkehr des 34 jährigen Andreas Weimann nach mehr als 18 Jahren aus England und die von Yusuf Demir dreieinhalb Jahre nach dem Wechsel zu Galatasaray. Wo er in dieser Saison nur 125 Minuten spielte. Erstens könnte er Rapid auf Anhieb nicht helfen, zweitens wird er den lukrativen Vertrag bis zum Ende der Saison aussitzen und dann ablösefrei wechseln. Rapid ermöglichte dem 23 jährigen Stürmer Noah Bischof, der in dieser Saison verletzungsbedingt weder in der Bundesliga noch in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam, einen Neustart beim holländischen Zweitligisten Dordrecht.

Foto: GAK.

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