Fußball

Cham oder Stöger: Wer ersetzt Baumgartner? Alaba dürfte auf der Bank beginnen

Keinen Frust zeigen, sondern Optimismus: Die Devise von Österreichs Team am Tag nach dem 1:1 gegen Serbien im Happel-Stadion, zwei vor der Entscheidung über den Aufstieg in die Nations League A im „Marakana“, dem Rajko-Mitic -Stadion am Sonntag. Die günstigsten Karten kosten zwar nur acht Euro, dennoch sind erst 20.000 Karten weg. Grund: Der Verbandsspitze wird eine Nähe zu Staatspräsident Aleksandar Vucic nachgesagt, gegen den es in letzter Zeit Massendemonstrationen gab: „Von mir aus, soll das Stadion voll sein, ein richtiger Hexenkessel“, meinte Marko Arnautovic mit seinem sonnigen Gemüt. Er nimmt zumindest nach außen hin alles etwas locker. Auch seine vergebenen Chancen, die sich wie ein roter Faden durch die Enttäuschungen der letzten neun Monate gegen die Türkei, Norwegen, Slowenien und Serbien ziehen. Selbst wenn einer allein nie schuld sein kann: Die „Mitschuld“ des 35 jährigen ist unstrittig. Auch Sonntag wird Österreich keinen Klassestürmer haben. Daran kann Teamchef Ralf Rangnick nichts ändern.

Mit Christoph Baumgartner wird Sonntag ein torgefährlicher Spieler fehlen. Bei Sturz nach dem Luftduell gegen Ognjen Mimovic (Bild) fiel er unglücklich auf den Kopf, zudem traf ihn auch noch Mimovic. Als er wieder aufstand, war Baumgartner wie „weggetreten“, fragte den Torschützen Michael Gregoritsch nach dem Spielstand, wenig später lief er Gregoritsch nach, wollte von ihm wissen, welcher Tag heute sei. Danach informierte Gregoritsch Rangnick von Baumgartners Problemen, es kam zum Wechsel gegen Muhammad Cham. Die Gehirnerschütterung lässt einen Einsatz Baumgartners Sonntag nicht zu, er fliegt Samstag gar nicht mit in die serbische Hauptstadt. Ebenso Alexander Prass wegen seines lädierten Sprunggelenks.

Den freien Freitagnachmittag nützten einige zum Golfen, andere zu einem Spaziergang oder zum Treffen mit der Familie, Romano Schmid plauderte im Hotel mit einem ehemaligen Werder Bremen-Star, Andreas Herzog, über seinen Klub. Rangnick machte sich Gedanken, wen er für Baumgartner beginnen lässt. Die Entscheidung wird zwischen Cham, der in seinen 24 Minuten die letzte Siegeschance für Arnautovic vorbereitete, und Kevin Stöger fallen. Von den sechs Stöger-Minuten blieb ein gekonnter Pass in den Lauf von Philipp Mwene in Erinnerung. Eine Überlegung ist es auch, David Alaba auf der Bank beginnen zu lassen. Das hat nichts mit seiner überzeugenden Leistung zu tun, die auch Rangnick in Sachen physischer Präsenz positiv überraschte. Aber es könnte einen „Deal“ zwischen Rangnick und Real Madrids Trainer Carlo Ancelotti geben, Alaba nicht zweimal über 90 Minuten einzusetzen. Daher könnte Sonntag Gernot Trauner statt ihm in der Startelf stehen. Ein Indiz: Rangnick kommt Samstagabend zum Medientermin in Belgrad nicht mit Alaba, sondern mit Konrad Laimer.

Mehr Umstellungen wird es bei Serbien geben: Teamchef Dragan Stojkovic hat Nottingham-Abwehrchef Nikola Milenkovic, Strahinja Pavlovic, dem Ex-Salzburger in Diensten von AC Milan und Salzburg-Verteidiger Aleksa Terzic, die alle gesperrt waren, sicher eine kompaktere Abwehr als in Wien zur Verfügung, das Mittelfeld dürfte durch Andija Zivkovic, bei PAOK Saloniki Mitspieler von Ex-Rapid-Kapitän, Stefan Schwab, „belebt“ werden.

 

 

Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.

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