Fußball

Das Beispiel Wolfsberg: Weniger kaufen kann auch mehr sein

Mehr Qualität als Quantität. Das scheint in dieser Saison die Devise beim Einkaufsprogramm von Wolfsberg sein. Vor einem Jahr versuchte Trainer Robin Dutt den großen Umbruch mit elf Neuerwerbungen, im Winter kam ein zwölfte dazu. Am Ende verpasste Wolfsberg die Meistergruppe, Dutt wurde deshalb durch Manfred Schmid ersetzt. Der begnügt sich mit sechs Transferaktivitäten. Und der kleinere „Umbruch“ wirkt durchdachter und erfolgversprechender: Weniger kann oft mehr sein.

Schmid holte für die Abwehr den kanadischen Innenverteidiger Scott Kennedy, einen Linksfuß ,und Linksverteidiger Lukas Ibertsberger, eine Leihgabe von Red Bull Salzburg. Im Mittelfeld soll der Georgier Sandro Altunashvili den Abgang von Matthäus Taferner, der nicht bleiben wollte, aber noch keinen neuen Klub fand, kaschieren. Für die Offensive fanden sich drei Neue: Florian Rieder vom Lokalrivalen Austria Klagenfurt, Thomas Sabitzer vom LASK sowie Rapid-Leihgabe Bernhard Zimmermann. Das scheint gut  zusammen zu passen. Würde Schmid im 4-4-2 spielen lassen, hätte er gleich zwei Stürmerduos: Ein bekanntes mit dem Israeli Tai Baribo und Thierno Ballo, ein neues mit Zimmermann und Sabitzer. Als Joker steht noch Thorsten Röcher bereit.

Das Ziel von Schmid liegt auf der Hand: Nach einem Jahr „Pause“ soll Wolfsberg wieder in die Meistergruppe, Austria Klagenfurt als Nummer eins in Kärnten ablösen. Der neue Innenverteidiger Kennedy spielte früher zwei Jahre in Klagenfurt, allerdings noch in der zweiten Liga. Davor war der 26 jährige bei Grödig in der Regionalliga West, zuletzt bei Jahn Regensburg in der zweiten deutschen Liga. Der Abstieg in der letzten Saison führte zur Rückkehr nach Österreich. Zurzeit ist Kennedy noch beim kanadischen Team, das im Gold-Cup spielt. Er kam bei den zwei Unentschieden in den Gruppenspielen gegen Guatemala und Guadeloupe allerdings nicht zum Einsatz. Beim zweiten Spiel der Vorbereitung setzte es Dienstag mit 1:2 (1:1) gegen Zweitliga-Aufsteiger DSV Leoben die erste Niederlage.

Bei Austria Klagenfurt ist der zentrale Mittelfeldspieler Iba May eigentlich der einzige wirkliche Neuzugang. Der 25 jährige kam letzte Saison bei Klagenfurts Partnerklub Viktoria Berlin in der Regionalliga aus Verletzungsgründen nur zu 17 Einsätzen. Erfolgversprechender wirkt die Rückkehr von Turgay Gemicibasi aus Istanbul von Kasimpasa, wo er neun Monate am Abstellgleis stand. Bei Klagenfurts Trainer Peter Pacult zählte er 2021/22  zu den Stützen im Mittelfeld. Abgesehen von den sechs Spielen, in denen er gesperrt war. Dienstag feierte Klagenfurt beim Landesligaklub ATSV Wolfsberg ein 9:0 (2:0)-Schützenfest, bei dem Pacult zur Pause durchwechselte. Der Schotte Andy Irving traf dreimal. Matthias Dollinger, der Sohn des ehemaligen Teamspielers, feierte sein Debüt.

 

Foto: APA.

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